'Echte Demokratie jetzt!' und Occupy Freiburg: Gemeinsam für mehr Demokratie

Carolin Born

Gegen Bankenmacht, Demokratieabbau und Sozialraub haben am 15. Oktober Menschen weltweit protestiert. Auch in Freiburg haben "Echte Demokratie jetzt!" und "Occupy Freiburg" zu einer Protestaktion am Augustinerplatz aufgerufen. Alberto gehört zur Gruppe "Echte Demokratie Jetzt!" in Freiburg und erzählt, wofür er sich engagiert:

Die Occupy-Bewegung besetzt die Wall Street und von New York aus geht der Protest seit Oktober auf Städte in der ganzen Welt. Schon im Mai hatte es Proteste in Spanien gegenen; seit dem 15. Mai 2011 engagiert sich die Bewegung „Echte Demorkatie jetzt!“. Beide Gruppen gibt es auch in Freiburg.

Alberto, 24, ist kein Sprecher der Gruppe „Echte Demokratie Jetzt!“, denn es ist eine offene Bewegung ohne feste Struktur. Jeden Sonntag treffen sie sich um 18 Uhr auf dem Augustinerplatz, bei Regen vor dem KG IV. Jeder kann kommen, mitdiskutieren und seine Ideen einbringen.

Gegründet haben sie sich als Reaktion auf die Polizeigewalt bei den Protesten in Barcelona. Sie wollen ihre Solidarität gegenüber den Demonstranten und Verletzten zeigen: „Wir haben uns gedacht, dass klappt am besten, wenn wir auch hier in Deutschland versuchen, die Wirklichkeit ein bisschen zu verändern“, sagt Alberto. Zwei Gruppen sind spontan zusammengekommen, Einwanderer und Studierende aus Spanien, Portugal und Frankreich und Leute aus Deutschland, die sich in sozialen Bewegungen engagieren.



Als Spanier hat Alberto viel von seinen Freunden mitbekommen, die in der Bewegung aktiv sind: „Ich bin ein bisschen neidisch, weil sie dort so eine starke Dynamik haben“, sagt er. Am vergangenen Samstag konnten sie allerdings viele neue Kontakte knüpfen und ihre Bewegung bekannter machen. „Wir wollen neue Möglichkeiten finden, um in der Gesellschaft Einfluss zu haben“, sagt Alberto. „Wir zahlen nicht für die Krise der Banken, weder in Spanien und Griechenland noch hier! Holt euch die Demokratie zurück!"

Es sei schwierig, nicht nur Studierenden, sondern auch die Arbeiter zu erreichen, sagt Alberto,  denn die haben weniger Zeit. Die meisten der Gruppe sind zwischen 20 und 30 Jahren alt. Außerdem ist es ohne feste Strukturen und mit immer anderen Leuten etwas kompliziert. Doch so organisiert wie eine Partei sein, das wollen sie nicht.

„Wir finden, dass wir nicht wirklich in einer Demorkatie leben, denn wir können nicht über die wichtigen Dinge entscheiden“, sagt Alberto. Sie wollen stärker eingebunden werden, damit die Banken nicht mehr machen, was sie wollen, und nicht die einfachen Leute unter den Folgen der Krise leiden. „Das sind weltweite Probleme. Wir wollen unsere Ideen einbringen, um das zu ändern.“ Ein Auszug aus der Übersetzung des spanischen Manifests lautet:

„[W]ir sind alle besorgt und wütend angesichts der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektive, die sich uns um uns herum präsentiert: die Korruption unter Politikern, Geschäftsleuten und Bankern macht uns hilf- als auch sprachlos.
Und diese Situation ist mittlerweile zur Normalität geworden – tägliches Leid, ohne jegliche Hoffnung. Doch wenn wir uns zusammentun, können wir das ändern. Es ist an der Zeit, Dinge zu verändern. Zeit, miteinander eine bessere Gesellschaft aufzubauen.“

Durch die Revolutionen in der arabischen Welt oder die Proteste in Spanien, welche die Wahlen beeinflussten, haben sie gesehen, dass man etwas erreichen kann, mit einer großen sozialen Verbindung. Alberto selbst findet die Bewegung sehr positiv, denn viele bringen aktiv ihre Ideen ein. „Wir sehen die vielen Probleme und was täglich auf der Welt passiert. Das motiviert uns, weiterzumachen.“

Attac ruft zu einer weitere Protestaktion in Freiburg am Samstag, 22. Oktober 2011, auf. Geplant sind ein Infostand und eine offene Kundgebung auf dem Augustinerplatz sowie Straßentheater vor dem Carl-Schurz-Haus und der Deutschen Bank.

Mehr dazu:

 

Foto-Galerie - Demo vom 15. Oktober: Edo Medicks


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