Impfaufklärung Freiburg

Diese Freiburger Studierendengruppe klärt über das Impfen auf

Alexander Schneider

Die studentische Gruppe "Impfaufklärung Freiburg" will über das Impfen aufklären. Sie möchte mit den Menschen ins Gespräch kommen und für das Impfen werben. Das ist nicht immer einfach – besonders in Freiburg.

"Einige Menschen sind sich noch immer unsicher über das Impfen", sagt der 23-jährige Kristian Damke, Medizinstudent im elften Semester und einer der Initiatoren der AG. Vieles im Internet entspreche nicht der Wahrheit, sagt er. Die Gruppe möchte dort kursierende Fehlinformationen aufdecken und den Menschen dabei helfen, eine Entscheidung zu treffen. Dabei ist es der Gruppe wichtig, einen respektvollen Diskurs zu führen und die Menschen für ihre Ansichten nicht niederzumachen.


Die AG "Impfaufklärung Freiburg" wurde im September 2018 gegründet und entstand aus der Fachschaft Medizin der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Aber die Gruppe besteht nicht nur aus Medizinstudierenden, alle seien willkommen, sagt Kristian. Rund 15 Mitglieder hätte die Gruppe inzwischen, darunter auch Studierende aus den Bereichen Volkswirtschaftslehre, Pharmazie und Zahnmedizin.

Impfsensibilisierung beginnt schon bei den ganz Kleinen

"Unserer Ansicht nach können wir die Menschen am besten erreichen, wenn wir direkt zu ihnen gehen", sagt Kristian. Mit ihren Projekten versucht die Gruppe, schon die Kleinsten zu sensibilisieren und ihnen die Angst vor dem Impfen zu nehmen – wie beispielsweise mit dem Teddybär-Krankenhaus. Die gemeinnützige Aktion von Medizinstudierenden in Kooperation mit den Fachschaften der Zahnmedizin und Pharmazie, will Kindern eine positive erste Erfahrung mit dem Arzt bereiten. Die Kinder bringen ihre Kuscheltiere mit und lassen diese von den Teddy-Docs behandeln und erleben so einen Arztbesuch, ohne selbst betroffen zu sein. "Unsere AG hatte im Teddybär-Krankenhaus eine kleine Impfstation aufgestellt, bei der die Kuscheltiere geimpft worden sind und auch einen eigenen Impfpass bekamen", sagt die 24-jährige Annika Claessen, Medizinstudentin im neunten Semester und Mitglied der AG.

Außerdem veranstaltet die Gruppe Fortbildungen in Flüchtlingsheimen oder sie klären ihre Studienkolleginnen und Kollegen auf. Eines ihrer größten Projekte sind die Schulbesuche im Umkreis von Freiburg, sagt Kristian. "Letzte Woche haben wir an der Staudinger Gesamtschule und an der Hansjakob Realschule einen Vortrag gehalten. Das Feedback der Lehrer und Schüler ist durchweg positiv", erzählt Kristian. Sie versuchen, das Ganze interaktiv zu gestalten und es an Fallbeispielen zu demonstrieren. Nach jedem Vortrag verteilen sie Evaluationsbögen an die Schulklassen. Da die Gruppe noch nicht so bekannt ist, fragen sie die Institutionen selbst an, um ihre Vorträge halten zu dürfen.

Impfgegner in Freiburg

"Die Schüler scheinen immer sehr interessiert und stellen viele Fragen. Die wenigsten Schüler sind Impfgegner", sagt Kristian. Generell stehe der Großteil der Bevölkerung dem Impfen positiv gegenüber und es sei nur eine laute Minderheit, die in Medien hochgeschaukelt werde, sagt er. "Impfen ist keine persönliche Entscheidung, es beinhaltet eine soziale Verantwortung. Es gibt das Konzept des Herdenschutzes: Man impft sich auch für andere, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen können", sagt Kristian. Beim Impfen müsse man immer die Risiko-Nutzen-Abwägung betrachten. "Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es Risiken, aber das Impfen hat wesentlich mehr Vorteile als Nachteile", sagt Kristian. Das Risiko sei zum Beispiel viel höher, an Masern zu erkranken, anstatt Schäden durch die Masernimpfung zu erleiden.

Laut dem Robert Koch-Institut gab es in Freiburg 2018 am meisten Masernfälle in Baden-Württemberg. Auch in Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald gäbe es eine Impfgegnerszene, doch man könne nicht sagen, ob diese größer oder kleiner als in anderen Städten Deutschlands sei, sagt Kristian.