Landtagswahl 2021

Die Stadt Freiburg honoriert ihre Wahlhelfer recht großzügig

Uwe Mauch

Was die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer für ihren Dienst bekommen, bestimmen die Kommunen – und sie tun das unterschiedlich. In Freiburg gibt es zur Aufwandspauschale einen Corona-Zuschlag.

1470 Menschen helfen freiwillig in Freiburgs Wahllokalen. Sie werden kostenlos auf das Coronavirus getestet und bekommen – je nach Aufgabe – eine unterschiedlich hohe Pauschale, wie Rathaussprecher Toni Klein mitteilt. Der gemeine Wahlhelfer erhält 60 Euro. Der Vorsteher oder die Vorsteherin im Wahllokal kommt auf 85 Euro, die Stellvertretung auf 70 Euro – genau so viel wie der Vorsteher eines Briefwahlbezirks. Darin enthalten ist laut Stadtverwaltung ein 10-Euro-Zuschlag wegen Corona.

Ähnlich honoriert Karlsruhe: 85 und 70 Euro für Vorsteher und Stellvertretung, allerdings 60 Euro einheitlich für alle anderen. Tübingen scheint sparsamer: Da liegt die Spreizung zwischen 55 und 75 Euro. In Tuttlingen erhalten die Helfer zwischen 45 und 60 Euro. Die Landeshauptstadt Stuttgart macht laut deren Pressestelle keine Unterschiede: 77 Euro für alle – und einen Corona-Test.

Gesetzlich vorgeschrieben ist nicht einmal die Hälfte

Gesetzlich vorgesehen und vom Land erstattet werden 35 Euro für Vorsteherinnen und Vorsteher sowie 25 Euro für die weiteren Freiwilligen. Freiburg liege mit seinen Pauschalen ungefähr im Durchschnitt Baden-Württembergs, so Rathaussprecher Klein. Der Bonus dürfte die Stadtkasse mehr als 50 000 Euro kosten.

Die 109 Wahllokale öffnen am Sonntag von 8 bis 18 Uhr. Auf der Wahlbenachrichtigung findet sich die Adresse (und auf http://www.freiburg.de/wahllokalfinder Wählen darf man vor Ort auch ohne Benachrichtigung – allerdings muss man dann den Ausweis vorzeigen. Die Stadtverwaltung hat noch eine Bitte: Jeder Wähler, jede Wählerin sollte einen eigenen Stift mitbringen. Grund: Corona. Es gelten weitere Regeln: medizinische Maske, Abstand von 1,50 Meter zu den Helfern, und im Raum dürfen sich maximal vier Wähler und zwei Beobachter aufhalten. Regelmäßig sollen die Kabinen desinfiziert und die Räume gelüftet werden.

Wer nicht am Wahltag seine Stimme abgeben möchte, hat mehrere Möglichkeiten: Bis Freitag, 12. März, 18 Uhr, kann man Briefwahlunterlagen beantragen. Sie müssen am Sonntag bis 18 Uhr im Wahlamt eingegangen sein – oder in den Briefkasten des Wahlamts, Berliner Allee 1, eingeworfen werden. Wer sicher gehen will, kann im Erdgeschoss die Unterlagen abholen und sogar gleich sein Kreuzchen machen (bis Freitag, jeweils von 9 bis 18 Uhr). Die Stadtverwaltung rechnet aufgrund der Pandemie mit einem Briefwahlrekord. Mehr als 57 000 der 156 000 Wahlberechtigten haben bereits postalisch abgestimmt. Voraussichtlich 65 000 werden es schlussendlich sein, so die städtische Prognose.

Gegen 21 Uhr am Sonntag erwartet das Wahlamt das Endergebnis.