SC-Stadion

Die neue Stadionverordnung scheitert schon vor der Abstimmung

Manuel Fritsch

Weil sich Gemeinderäte und Stadtverwaltung nicht einigen können, wird die Entscheidung über die neue Stadionverordnung vertagt. Streitpunkt ist der Geltungsbereich der Verordnung.

Der Gemeinderat hat am Dienstag doch nicht – wie geplant – über die Polizeiverordnung fürs neue SC-Stadion abgestimmt. In letzter Minute hatte die Verwaltung das Thema von der Tagesordnung genommen. Grund war laut BZ-Informationen, dass sich Verwaltung und Räte im nichtöffentlichen Ältestenrat vor der Sitzung nicht über den Geltungsbereich der Verordnung verständigen konnten. Nach den Plänen von Polizei und Verwaltung soll der Bereich auch einen Teil des Campus der Technischen Fakultät und die Waldfläche bis zur Granadaallee umfassen (siehe Grafik). Die organisierten Fans hatten das moniert und eine Mehrheit der Räte davon überzeugt, eine Verkleinerung des Bereichs zu erwirken.


Räte vermissen schlüssige Erklärung

Von den Fraktionen wurden verschiedene Änderungswünsche angemeldet – K. O.-Kriterium war dabei wohl der Geltungsbereich der Verordnung. Da die Stadtverwaltung auf Nachfrage nicht zur Zufriedenheit der Räte erklären konnte, warum der größere Geltungsbereich notwendig sei, hielten diese an ihrem Änderungsantrag fest. Das Thema wurde in den September verschoben. Die Stadtverwaltung kündigte an, bis dahin die Begründung nachzuliefern.

Verwaltung und Polizei wollen sich nicht äußern

"Ich glaube, wir haben zu schnell zu viel gewollt", sagte Grünen-Rat Lars Petersen nach der Sitzung. Die Stadtverwaltung habe wohl nicht die Polizei vor vollendete Tatsachen stellen wollen. Unklar bleibt derweil, warum der Bereich, in dem die Stadionverordnung gelten wird, so umfassend sein soll. Die Stadtverwaltung teilt auf BZ-Nachfrage mit, sie berichte nicht aus nicht-öffentlichen Sitzungen, die Polizei sagt, sie halte zum jetzigen Zeitpunkt "eine offizielle polizeiliche Einschätzung hierzu nicht für angebracht". Die organisierten Fans hatten in einem Brief an die Fraktionen vorgeschlagen, den Radius der Verordnung auf den Bereich von der Straßenbahnhaltestelle bis zum Stadion zu beschränken. Auch der Sport-Club selbst würde eine solche Eingrenzung ausdrücklich befürworten, so die Fans. Nach BZ-Informationen hat auch der SC vergeblich bei der Polizei angefragt, warum diese den erweiterten Bereich für richtig hält.

Nächster Versuch im September

Für Lars Petersen liegt das Problem darin begründet, dass es zwei Möglichkeiten gibt, die neue Situation am Stadion anzugehen. "Die Verwaltung neigt dazu, einen großen Bogen zu spannen und ihn dann eventuell enger zu ziehen", sagt er. Er hätte dagegen dafür plädiert, klein zu beginnen und nach der Evaluierung nachzubessern. Welcher der beiden Ansätze sich am Ende durchsetzt, wird sich nun im September entscheiden, wenn das Thema wieder auf die Tagesordnung kommt.