Baden-Württemberg

Die Gastronomie darf im Südwesten ab dem 18. Mai wieder öffnen

Roland Muschel

Jetzt ist es amtlich: Ab dem 18. Mai dürfen Gastronomie sowie Ferienwohnungen und Campingplätze wieder schrittweise öffnen. In einem weiteren Schritt folgen ab 29. Mai Hotels und Freizeitparks.

Die baden-württembergische Landesregierung geht bei den stufenweisen Lockerungen der Corona-Restriktionen einen Schritt weiter als zunächst geplant: Ab dem 18. Mai soll die Gastronomie zugleich im Außen- wie im Innenbereich unter Auflagen öffnen dürfen. Das kündigten Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Tourismusminister Guido Wolf (CDU) am Donnerstag an.


Die Öffnung des Innenbereichs von Speisegaststätten war zunächst für einen späteren Zeitpunkt geplant gewesen. Wegen Abgrenzungsproblemen habe man das aber verworfen, hieß es in Regierungskreisen. Die Bündelung erspare den Betrieben viele Probleme, sagte der Chef des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, Fritz Engelhardt. Abschließend könne man die Pläne der Landesregierung erst bewerten, wenn die konkreten Auflagen für die Betriebe vorlägen.

Ebenfalls am 18. Mai sollen Ferienwohnungen wieder öffnen dürfen sowie Campingplätze für Camper, die eine autarke Versorgung sicherstellen können, da die Sanitärbereiche zunächst geschlossen bleiben. Vom 29. Mai an sollen in einem weiteren Schritt Hotels und Freizeitparks den Betrieb wieder aufnehmen dürfen.

Sämtliche Schritte stünden unter dem Vorbehalt der möglichen Entwicklung der Infektionszahlen, versah Kretschmann die Ankündigungen mit einem gewissen Fragezeichen. Für Diskotheken oder Bars ohne Außenbewirtschaftung gibt es bislang keine zeitliche Perspektive.

Unterdessen plant das Land, sich während der Krise in Notfällen zur Abwendung von Liquiditätsengpässen an mittelständischen baden-württembergischen Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern und höchstens 50 Millionen Euro Jahresumsatz zu beteiligen. Das geht aus einer Vorlage von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) für einen mit einer Milliarde Euro bestückten "Beteiligungsfonds Baden-Württemberg" hervor, die der BZ vorliegt. Die Mindestbeteiligungshöhe soll pro Gesellschaft 800 000 Euro betragen.

Was ist mit den Kitas?

Derweil beklagen SPD und Grüne fehlende Perspektiven für Eltern und Kinder nach den jüngsten Lockerungsbeschlüssen. Grünen-Fraktionsvize Katja Dörner kritisierte: "Die Pläne zur Öffnung der Kitas bleiben vage, Familien wissen weiterhin nicht, worauf sie sich einstellen müssen." Zudem würden die Bedürfnisse von Kindern nicht angemessen aufgegriffen. SPD-Chefin Saskia Esken bezeichnete die Vereinbarungen als "fatales Signal an die Familien". Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), warnte vor den Langzeitfolgen vor allem für die Kinder suchtkranker Eltern.