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"Die Digitalisierung im Bereich Kunst und Kultur kann noch mutiger angegangen werden"

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Was bringen die Digitalisierung und neue innovative technische Tools der Kunst- und Kulturbranche? Der Freiburg Hackathon 2021 sucht Antworten und auch Jule Landenberger, Kommunikationsdesignerin und Freiburger Subkultur-Organisatorin, widmet sich dieser Frage.

Jule Landenberger ist Geschäftsführerin einer Werbeagentur, Mitbegründerin der IG Clubkultur Baden-Württemberg und Mitbestreiterin in der IG Subkultur Freiburg. Sie macht sich seit vielen Jahren für Kunst und Kultur in der Stadt stark und organisierte während des Corona-Lockdowns Livestreams mit United We Stream.

Welchen Stellenwert hat Deiner Meinung nach Kunst und Kultur in Freiburg?
Sie sind ein wichtiger Standortfaktor für Freiburg. Die Stadt braucht Kunst und Kultur. Davon hat sie auch eine gute Bandbreite – dennoch ist noch Luft nach oben: mehr Raum, mehr Mut, mehr Innovation, mehr Weitblick und mehr Aufmerksamkeit im Bereich Kunst und Kultur von und für Freiburg.

Welche Bedeutung haben Kunst und Kultur für Dich persönlich?
Kunst und Kultur sind für mich elementar – beruflich wie privat. Ohne Musik in den Ohren, ohne Inspiration aus der bildenden Kunst, ohne Horizonterweiterungen durch Literatur und Film und ohne Live- und Aha-Erlebnisse bei Konzerten kann und will ich nicht sein.

Virtuelle Veranstaltungen können nur bedingt Live-Events ersetzen, hier hat die Digitalisierung ihre Grenzen. Aber siehst Du dennoch Chancen für Kunst und Kultur durch Vernetzung und digitale Tools?
Dass digitale Möglichkeiten und Tools auch und gerade den Bereich Kunst und Kultur erweitern, haben uns die Pandemie und ihre Herausforderungen gezeigt. Ein Liveerlebnis, das Haptische und Menschliche, sind digital nicht zu ersetzen, vollkommen klar! Dennoch erweitern Hybridveranstaltungen das Feld. Rund um das künstlerische Schaffen und Darbieten ist die Digitalisierung in der Vernetzung, Organisation und Co. eine Bereicherung, die noch viel mutiger angegangen werden kann.

Der diesjährige Hackathon 2021 konzentriert sich auf Kunst und Kultur. Es gibt bereits interessante Challenge-Vorschläge wie: eine nutzerfreundliche Room- und Techniksharing-Plattform für Kunst- und Kulturschaffende oder einfache Tools zur finanziellen Unterstützung von Künstlern. Was hältst Du davon?
Super, dass sich der Hackathon in Freiburg dem kulturellen und künstlerischen Bereich widmet. Die ersten Themenvorschläge sind schon richtig gut. Dass ein vernetzter, digitaler Austausch in einem eigentlich recht analogen Themenfeld tolle und brauchbare Ergebnisse liefern kann, haben bereits diesen Januar Formate wie der "Denkathon Nachtdenken" gezeigt. Gemeinsame Ideen zu entwickeln, von denen nachher alle partizipieren können, tut gut – gerade in einem Bereich, in dem viele Menschen vorwiegend aus sich heraus arbeiten. Das Ganze nun mit einem Fokus auf Freiburg zu veranstalten, ist eine sinnvolle Ergänzung zu all den Projekten, die es bereits überregional gibt.

Was wäre Deine Wunsch-Challenge für den Hackathon, welcher Bereich könnte eine digitale Verbesserung gut gebrauchen?
Der (digitale) Zugang zu Kunst und Kultur, außerhalb des bereits interessierten Publikums, könnte noch mehr in den Fokus genommen werden. Beispielsweise in Form von Apps, die breitgefächert das Angebot von Clubs, Theater, Galerien und so weiter bis hin zur Gastronomie in einer Region zeigen und unkompliziert informieren sowie animieren – vielleicht auch in Form von "erster Eintritt frei" oder ähnlichen Angeboten. Auf diese Weise werden gleichzeitig auch Akteuren und Akteurinnen und Räume sichtbar.
Mehr zum Freiburg Hackathon findest du hier: https://hackathon-freiburg.de

Der Freiburg Hackathon 2021 ist dank der Unterstützung folgender Sponsoren möglich: Haufe Group, Jedox, Volksbank eG – die Gestalterbank, highQ und BZ medien