Der Klang der Stadt in der Nacht

Manuel Fritsch

Das Künstlerkollektiv "Eigenklang" hat auf dem Platz der Alten Synagoge eine Musik-Installation zum Mitmachen aufgebaut.

. Das Künstlerkollektiv Eigenklang hat am Wochenende auf dem Platz der Alten Synagoge eine Installation aufgebaut, die Interessierte eingeladen hat, selbst aktiv zu werden und den "Klang der Stadt – eine Sinfonie in F-Dur" entstehen zu lassen, so der Titel des Projekts. Zu sehen und hören war eine eigenwillige Mischung aus Beats, Melodien, Klängen und Lichtshow.

Was genau zu erwarten war, war schwer einzuschätzen. "Die Installation spiegelt verschiedene zeitgeschichtliche und öffentliche Stadträume", hieß es in der Pressemitteilung des Projektes, das im Rahmen des Stadtjubiläums gefördert wurde. Am Freitagabend waren dann auf dem Platz der alten Synagoge stoffbehangene Bauzäune aufgebaut, die eine Fläche vor einem Minivan abgrenzten. In deren Mitte stand ein Turm, der sphärisch leuchtete. Aus den Boxen kamen elektronische Klänge, in die sich ab und an Töne und Sätze mischten, die einige Menschen im Minivan mit verschiedenen Instrumenten oder ihrer Stimme erzeugten.


Je später der Abend, desto mehr erschloss sich das Konzept. Die Boxen wurden ausgeschaltet, die Klänge kamen nur noch aus Kopfhörern, die verteilt wurden. In dem Turm in der Mitte waren Mikrophone installiert, in die das Publikum sprechen oder musizieren konnte – was dann in den vom DJ produzierten Soundteppich integriert wurde. Manche der rund 25 Zuschauer, die in dem Raum Platz fanden, hatte Instrumente mitgebracht, andere sprachen spontan ins Mikrophon, wieder andere hörten nur zu. So entstand ein überraschender und stets neuer Klang, gemeinsam erzeugt von Künstlern und Publikum.

Hinter dem Projekt steht Beat Sandkühler. Der 28-Jährige studiert Produktdesign an der Kunsthochschule in Kassel, die Installation wird seine Diplomarbeit. Unterstützt wird er von Freunden, mit denen er das Künstlerkollektiv Eigenklang gegründet hat, das seinen Sitz in Frankreich hat. Mit der Installation waren die Künstler schon im Amazonasgebiet unterwegs, die nächste Station ist in Berlin im Haus der Statistik, wo das Projekt dann in seiner fertigen Form zu sehen sein wird: in einem großen Würfel mit vom Publikum steuerbaren Visualisierungen an allen vier Wänden.

Hörproben des Kollektivs finden sich unter http://mehr.bz/eigenklang