Workshop

Das Jugendhilfswerk bietet Mädchen einen Coding-Space an

Melanie Fix

Das Jugendhilfswerk Freiburg will auch jungen Frauen eine Plattform für Coding- und Technik-Workshops bieten. Auch daher lanciert es Veranstaltungen wie den "MakerGirls Workshop", wo Mädchen etwa Programmieren lernen. Wir waren dabei.

Auf die Idee einen Technik-Workshop nur für Mädchen anzubieten, ist einer der projektleitenden Sozialarbeiter des Jugendhilfswerks, Michael Schmidt, gekommen. Als er feststellte, dass der Anteil der weiblichen Teilnehmer beim wöchentlichen "Coding Space" sehr gering ist, entschied er, tätig zu werden. Er zog eine Medienpädagogin des Jugendhilfswerks dazu, Isabel Hörder (27), die von der Idee ebenso begeistert war und das Projekt nun leitet. "Wir wollten speziell jungen Mädchen, die sich vielleicht im öffentlichen Raum nicht trauen, die Möglichkeit geben im geschützten Rahmen und unter sich ihrer Technikaffinität nachzugehen. Also organisierten wir den MakerGirls Workshop als außerschulische Freizeitaktivität."

Sieben Mädchen im Alter zwischen 12 bis 14 Jahre haben am Workshop von Donnerstag bis Samstag vergangene Woche teilgenommen. Der erste Tag fand in der Konradstraße 4 beim Jugendhilfswerk statt, dort gab es für die Mädchen einen Einstieg ins Programmieren mithilfe der Programmiersprache "Scratch".

Der Workshop ist Teil des Projekts "MakerBox", das zur Jugendarbeit des Jugendhilfswerks gehört und von der LFK Baden-Württemberg gefördert wird. Zur "MakerBox" gehört auch der "Freiburger JugendHackathon" oder das wöchentliche Treffen "Coding Space", das jeden Donnerstagnachmittag stattfindet. Da das Interesse von Jugendlichen an Technik, Programmieren und am Entdecken und Erfinden sehr groß ist, wurden die verschiedenen Projekte ins Leben gerufen, um Jugendliche an Medienarbeit heranzuführen und um ihnen einen Raum zu schaffen, wo sie sich mit ihren technischen Interessen beschäftigen können, wo ihnen Dinge gezeigt und erklärt werden.

Abstecher zum 3D-Drucker und ins Zentrum für Kunst und Medien

Am zweiten Tag des Workshops waren die Mädchen beim Kooperationspartner des Jugendhilfswerks ICSE in der PH in Freiburg zum 3D-Drucken. ICSE ist ein Zentrum für Informationsaustausch und Netzwerkarbeit rund um MINT-Bildung an der PH Freiburg. Dort wurden sie von Rahel Brugger (31), einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin und Berit Stier (28), Projektleiterin der 3D-Druck Workshops in entspannter Art und Weise an das 3D-Drucken herangeführt. Die Mädchen setzten sich gemeinsam an die Laptops und tüftelten an ihren Druckerzeugnissen. Nele B. (13) freut sich sehr über die Möglichkeit beim Workshop teilzunehmen: "Ich habe den Flyer der Angebote des Jugendhilfswerks von einer Bekannten erhalten und da ich mich sehr für das 3D Drucken interessiere, habe ich mich gleich angemeldet. Mir gefällt der gesamte Workshop bisher richtig gut." Auch Kaja M. (14) gefällt der Workshop: "Ich habe eine Aktivität für die Ferien gesucht und dieser Workshop hat mich am meisten angesprochen. Also habe ich eine Freundin gefragt, ob sie mit mir teilnehmen will."


Als Leiterinnen wurden gezielt Frauen ausgewählt. Die Frauen sollen als Vorbild dienen, denn sie arbeiten in technischen Bereichen und signalisieren den Mädchen so, dass auch sie das machen können und jeder sich das Wissen aneignen kann. Am dritten Tag fuhr die Gruppe gemeinsam ins Zentrum für Kunst und Medien nach Karlsruhe, um sich die dortigen Ausstellungen im Medienbereich anzusehen.