Black Forest Brooklyn: Zwei Südbadener haben in New York ein schickes Schwarzwaldrestaurant eröffnet

Christin Bassenge

Ayana und Tobias Holler sind Südbadener in New York - und haben Anfang Dezember in Brooklyn ein Restaurant mit Schwarzwald-Flair eröffnet. Nur Schwarzwälder Bier gibt's bisher noch nicht im "Black Forest Brooklyn":



An den Wänden der urigen Schwarzwaldstube hängen teilweise 150 Jahre alte Kuckucksuhren und im "Hinterhof" stehen lange Holztische und Bänke. Regionale Schnäpse und Liköre, sowie Flammenkuchen und Schwarzwälder Kirschtorte finden sich auf der Karte des Biergartens. Nichts Ungewöhnliches – doch seine Location macht das Restaurant ganz besonders: Diese Gastwirtschaft steht tausende Kilometer weg von Schwarzwald und Freiburg im New Yorker Stadtteil Brooklyn.

Seit drei Jahren sind Ayana und Tobias Holler ein Paar. Der 39-Jährige stammt gebürtig aus Karlsruhe, ist aber in Pfaffenweiler aufgewachsen. Seine 33-jährige Frau kommt aus Sulzburg. Kennengelernt haben sich die Beiden aber erst fernab der Heimat: in New York. Unabhängig voneinander und ohne sich vorher jemals gesehen zu haben, zog zunächst Tobias Holler vor elf Jahren nach "Big Apple", Ayana Holler dann vor drei Jahren. Beide lernten sich kennen, heirateten, ein Jahr später kam die gemeinsame Idee, ein Stück Heimat nach New York zu holen – der Plan eines deutschen Restaurants entstand.

In der Gastronomie war das Ehepaar bislang noch nicht tätig: Tobias Holler arbeitete als Architekt, seine Frau als Dokumentarfilmerin und Drehbuchautorin. Sie hat jedoch lange in Freiburg in der Gastronomie gearbeitet, unter anderem im "Caruso". Beide wollen auch in ihren Berufen bleiben, sagen sie. "Die Kneipe ist unser zweites Standbein", sagen sie.



"Jedes Mal beim Nachhausekommen sieht man wieder, wie wahnsinnig schön es in Freiburg und Umgebung ist. Das vergisst man manchmal, wenn man so weit weg von der Heimat lebt." Die Verbundenheit mit Freiburg und der Region lässt sich schon am Namen herauslesen: "Black Forest Brooklyn", also so viel wie "Schwarzwald Brooklyn". In diesem Stadtteil von New York, 733 Fulton Street, befindet sich nämlich das Restaurant, das sowohl die Gemütlichkeit, sowie die Schönheit der Heimat widerspiegeln soll.

Im Mai 2013 begann schließlich die tatsächliche Planung. Vier Monate dauerte die Bauphase. Aus einer ehemaligen Arztpraxis mit vielen kleinen Räumen entstand so ein großer offener Bereich, einzig durch einen Raumteiler getrennt. Dadurch gibt es eine "Schwarzwaldstube", in der sich die Theke und kleinere Tische befinden und einen "Hinterhof", der sich zwar nicht unter freiem Himmel befindet, aber mit zwei großen Oberlichtern dennoch so gestaltet ist – so entstand ein Innenraum mit Biergartenatmosphäre. Die Dekorationselemente, Kuckucksuhren und verschiedene Schwarzwaldbilder, sowie ein Herz mit Freiburg-Schriftzug, sind Originalstücke aus Deutschland.

Es sei ein langwieriger bürokratischer Prozess gewesen, die Alkohollizenz zu erwerben. Nachbarschaftsverbände müssen zustimmen und Unterschriften gesammelt werden. "Oftmals müssen hier Restaurants ihre Eröffnung verschieben, weil sie die Lizenz noch nicht haben", erklärt Tobias Holler. Auch beim Black Forest Brooklyn verzögerte sich der Start, das lag aber am fehlendem Gasanschluss. Doch das Warten hatte auch etwas Gutes. Die Hollers haben ein zwei Monate altes Baby. "Somit hat sich alles ein bisschen entzerrt", sagt Ayana.

Mit 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiternn und zunächst ausschließlich mit Abendessen ist das Black Forest Brooklyn Anfang Dezember gestartet und hat seitdem jeden Tag volles Haus. Wenn sich dann alles eingespielt hat, möchten sie auch noch Mittagessen, Kaffee und selbstgebacken Kuchen und Morgens vielleicht ein Frühstück anbieten. "Wir wollen ein Nachbarschaftszimmer werden, wo sich alle treffen können", so Ayana Holler. Aus 14 verschiedenen Fassbieren können die Gäste wählen, darunter Kölsch und Münchner Hofbräu. Leider, so die Beiden, können sie kein Schwarzwälder Bier anbieten, weil es in den USA nicht erhältlich ist. Sie wünschen sich jedoch sehr, bald auch noch Tannenzäpfle in das Sortiment aufnehmen zu können.

Zumindest die Liköre und die Schnäpse, sowie die Weine stammen aus der Freiburger Region. Auch die Gerichte sind deutsch, wie Schnitzel mit handgeschabten Spätzle – und zum Teil sogar badisch wie der Flammenkuchen, der gut bei den Amerikanern ankomme, so Ayana und Tobias Holler. Und auch eine andere, "typisch deutsche" Eigenschaft, lassen die Beiden ins "Black Forest Brooklyn" einfließen: Geplant ist Public Viewing während der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Dort spielt Deutschland mit dem Schwarzwälder Jogi Löw schließlich gegen die USA.



Mehr dazu:


Black Forest Brooklyn

733 Fulton St
Brooklyn, New York 11217
+1 718-935-0300