Zehnjahresplan

Ausbau der Freiburger Stadtbahn soll rund 80 Millionen Euro kosten

Simone Höhl

Freiburgs Tramnetz wird erweitert. Über die Verlängerung nach Littenweiler und den Anschluss des neuen Stadtteils Dietenbach soll der Gemeinderat Ende Mai entscheiden. Kosten: bis zu 80 Millionen.

Für die millionenschwere Ausbau-Offensive für die Stadtbahn will die Stadtverwaltung zu einem großen Teil Fördergeld von Bund und Land nutzen: Die Quoten seien kräftig gestiegen, sagte Oberbürgermeister Martin Horn am Donnerstag. In den nächsten zehn Jahren sollen nacheinander die Verlängerung Littenweiler, die Stadtbahn Dietenbach und der Lückenschluss zwischen Messetram und Rottecklinie gebaut werden – geschätzte Kosten: 75 bis 80 Millionen Euro. Für St. Georgen werden Trassenvarianten untersucht.


Ihren Zehnjahresplan schlagen Stadtverwaltung und Verkehrs-AG dem Gemeinderat vor, der in seiner Sitzung am 27. Mai entscheiden soll. "Mobilität ist ein Kernthema für Freiburg", sagte OB Horn bei einer Pressekonferenz. Die Verkehrswende dürfe nicht ins Stocken geraten. Ein wichtiger Teil sei die Straßenbahn. Trotz der Corona-Krise müssten dringende politische Projekte auf den Weg gebracht werden: "Es wäre fatal, wenn wir nicht nach vorne schauen."

Drei Gründe nannte Baubürgermeister Martin Haag für den Netzausbau: Die Mobilitätswende für Menschen und Klimaschutz, das Wachstum der Stadt und damit des Verkehrs sowie die verbesserte Förderung durch die Klimaschutzdebatte und "Fridays for Future", so Haag: "Wir wären fast schon wahnsinnig, wenn wir das nicht nutzen würden."

Bund habe den Fördertopf für öffentlichen Nahverkehr vergrößert

Das vorige Ausbauprogramm ist mit dem Projekt Waldkircher Straße bald abgeschlossen, das neue Jahrzehnt aber gefühlt belegt mit einem Ausbaustopp, sagte Horn. Eigentlich soll wegen der Belastung erst einmal keine neue Linie auf Kosten der VAG gebaut werden. Ihren Anteil muss nun der städtische Etat tragen.

Der Bund habe den Fördertopf für öffentlichen Nahverkehr bis 2030 deutlich vergrößert und die einzelnen Zuschüsse erhöht, sagte VAG-Vorstand Stephan Bartosch: "Wir können mit bis zu 95 Prozent der Kosten rechnen." Auch das Land hat aufgestockt. Horn zufolge soll der städtische Anteil für Littenweiler, Dietenbach und Lückenschluss Stand jetzt bei maximal 42 Millionen Euro liegen. Der Plan von Verwaltung und VAG sieht vor:

» Verlängerung Littenweiler
Als erstes die Stadtbahn Littenweiler bis zum Kappler Knoten zu verlängern. Sie soll vor dem Stadttunnelbau fertig sein, weil der den Verkehr lahm legt. Die Linie 1 soll die Straße entlasten, ein P & R-Platz Autos in dreistelliger Zahl aufnehmen. Angepeilte Bauzeit: 2024 bis 2026.

Stadtbahn Dietenbach
Die einzig neue Strecke im Programm. Zum neuen Stadtteil gehört ein nachhaltiges Mobilitätskonzept und dazu die Straßenbahn. Von 2025 bis 2027 soll die Rieselfeld-Linie verlängert werden.

» Stadtbahn Messe zweiter Teil
Die Verbindung von Fahnenbergplatz und Breisacher Straße würde die Achse über die Hauptbahnhofbrücke entlasten und den Bahnhof im Norden erschließen. Fragt sich wie. Durch die Unterführung fuhr früher eine Tram, aber mit den heutigen Fahrzeugen und Bestimmungen sei es eine Herausforderung für Ingenieure, sagte Tiefbauamtschef Frank Uekermann. "Da liegen die Probleme im Zehn-Meter-Takt", meinte Haag. Eine Machbarkeitsstudie soll Klarheit schaffen, die Bauphase frühestens 2027 bis 2029 möglich sein.

Stadtbahn St. Georgen
"Wir wollen den ersten Schritt machen", sagte Haag. Eine Machbarkeitsstudie soll 2021 für den größten Stadtteil klären, welche Trassenvarianten in Frage kämen.

Der Gemeinderat soll den Plan grundsätzlich beschließen und damit 600.000 Euro Planungsmittel. Keine Angaben gibt es dazu, wie teuer die einzelnen Vorhaben sein sollen. Sie müssen jeweils samt Finanzierung extra beschlossen werden.