Assoziationskonflikt

Janna Breitfeld

Eigentlich soll es nur für ein Gartengerät werben und den Frühling einläuten. Doch leider kommt dem neuen Werbeplakat eines Baumarkts seine mehrdeutige Aufschrift in die Quere, die in Zeiten drohender Nuklear-Katastrophen und Anti-Atom-Großdemos an alles andere als an Gartenfreuden erinnert.



Zur Zeit hängen sie an zahlreichen Tramhaltestellen Freiburgs: Die „Frühling einfach gemacht“- Plakate einer Baumarkt-Kette. Doch eines davon trägt eine Aufschrift, die so manchen Beobachter auf den ersten Blick verwirren könnte. „strahlen“ steht darauf, ziemlich groß und gleich zwei Mal. Wer denkt bei diesem Ausdruck schon an Gartengeräte? Eher schießen einem die aktuellen Fernsehbilder von Fukushima-Explosionen und Mahnwachen durch den Kopf. Irgendwie geschmacklos. Hat die Baumarktkette die Tagesschau verpasst?


„Die werden entfernt“, sagte uns ein Sprecher des OBI-Marketings am Freitag. „Es ist gerade eine Mail an alle Märkte in Deutschland 'raus gegangen. Die Plakate sind schon vor den Geschehnissen in Japan in Auftrag gegeben worden und konnten daher nicht sofort gestoppt werden. OBI versucht grundsätzlich seine Werbeplakate so zu gestalten, dass sie mit keinen politischen oder auch umweltpolitischen Ereignissen in Konflikt treten.“

Wann genau die Plakate wieder abgenommen werden, ist noch unklar. Bis dahin könnten sie noch den ein oder anderen Fahrgast zum Nachdenken anregen. Eine unfreiwillige Werbestrategie.

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