Nach Hochwasser

Am Wochenende gibt’s in Freiburg zwei Demos für den Klimaschutz

Maya Schulz

Am Freitag ruft Fridays For Future Freiburg erneut zur Fahrraddemo auf – unterstützt von vielen anderen Gruppen. Hintergrund sind die andauernden Klimakatatsrophen in Deutschland und der Welt. Auch Extinction Rebellion hat eine Aktion geplant.

Der Klimaschutz ist in aller Munde: Unterstützt von einer großen Zahl verschiedener Gruppen, darunter NABU und BUND, aber auch Gewerkschaften wie der DGB, veranstaltet Fridays for Future Freiburg am Freitag, 6. August, eine Fahrraddemo. Erneut wollen die Aktivisten auf die Dringlichkeit einer klimaschützenden Politik angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl aufmerksam machen. Am 7. August lädt die Ortsgruppe von Extinction Rebellion dazu ein, ihre Inszenierung auf dem Augustinerplatz zu besuchen, mit der sie die unzureichende Klimapolitik vor Augen führen will.

Zum Hintergrund

Klimawissenschaftler warnen davor, dass die Erderhitzung häufigere und schwerere klimabedingte Katastrophen bewirken wird. Nach langanhaltenden Dürren, Waldbränden und den verheerenden Hochwasserkatastrophen ist es den Aktivisten zufolge überfällig, den Abwartemodus beim Klimaschutz und bei der Einführung klimaschonender Maßnahmen zu beenden und stattdessen auf "Turbo" umzuschalten. De Mehrheit der Politiker der Bundesrepublik stimmen dieser Position – zumindest in der Theorie – zu.

"Dass Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Unionsparteien, am Kohleausstieg bis 2038 festhält und den viel zu späten Ausstiegstermin damit begründet, dass die Umweltverbände diesem sogenannten ’Kohlekompromiss’ zugestimmt hätten, was schlichtweg nicht stimmt, ignoriert die nicht mehr vorhandenen Reserven der Atmosphäre für die Aufnahme der Milliarden Tonnen CO2, die aus der deutschen Kohleverstromung stammen", schreibt Fridays for Future in einer Pressemitteilung.

Warum die Stimmen der jungen Menschen immer lauter werden? Obwohl sie als junge Generation am meisten unter den Folgen der Erderhitzung sowie der verfehlten Umwelt- und Klimapolitik zu leiden haben werden, dürfen viele von ihnen noch nicht wählen. "Deswegen müssen wir unsere echten Stimmen nutzen. Wenn wir diese Stimmen bündeln, haben wir eine enorme politische Kraft, die für unsere Zukunft entscheidend ist. Deshalb fordern wir von allen Menschen: UseYourVoice! – Klimaschutz muss bei dieser Bundestagswahl an erster Stelle stehen", so Carolin Bauer (18), die die Fahrraddemo in Freiburg angemeldet hat.

Die Demonstration beginnt um 17 Uhr mit einer Kundgebung am Rathaus im Stühlinger, direkt im Anschluss startet die Fahrraddemo. Fridays for Future Freiburg bittet alle Teilnehmenden darum, sich an die gegebenen Corona-Regeln zu halten und eine medizinische Maske zu tragen. Die genaue Strecke der Fahrraddemo kann hier nachvollzogen werden:



Inszenierung von Extinction Rebellion

Weiter geht es am Samstag, 7. August mit der Inszenierung von Extinction Rebellion auf dem Augustinerplatz von 11 bis 17 Uhr. "Die Klimakrise tötet, während Laschet, Merkel und Co herumwitzeln, abgelenkt aufs Handy schauen und nebenbei die Wirtschaft den Eisblock beföhnt und befeuert", empört sich die Bewegung. In der satirischen Aktion wird eine Person mit Strick am Galgen auf einem schmelzenden Eisblock stehen, umringt von Aktivisten mit Handy und Föhn, die untätig bleiben und nicht in das Drama eingreifen.

Die Botschaft, die dabei vermittelt werden soll: Die Zeit, um den Planeten und damit zukünftige Generationen zu retten, rennt davon. "Nicht nur die Klimaziele von Europa, sondern auch die von der Stadt Freiburg sind nicht konform mit dem 1,5°C-Limit von Paris", so die Ortsgruppe. Die Bewegung Extinction Rebellion fordert seit ihrer Gründung in Großbritannien 2018 und in Deutschland 2019 Politik und Wirtschaft dazu auf, zu handeln, um das Artensterben aufzuhalten und bis 2025 die Treibhausgasemissionen auf Netto-Null zu reduzieren.

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