Studentenleben

7 Tipps fürs Prokrastinieren: So meisterst du die Uni trotz Aufschieberitis

Josephine Bewerunge

Die nächste Hausarbeit oder Klausur steht an und Du schiebst schon wieder alles auf? Kein Problem: fudder hat sieben Tipps für dich, wie Du alles trotz Prokastinierens meisterst.

Notfall-Nachtschichten und eilig zusammengezimmerte Hausarbeiten gehören genauso zum Studium wie WG-Partys oder Nudeln mit Pesto. Und dennoch hasst man sich jedes Mal aufs Neue dafür, dass man schon wieder zu spät angefangen hat. Das muss nicht sein, denn wer braucht bei all dem Stress noch ein schlechtes Gewissen? Deshalb hat fudder 7 Tipps zusammengestellt, wie Du die Prokrastination perfektionieren kannst.


1.) Studiere deinen inneren Schweinehund

Kenne dich selbst, das haben bereits die alten Griechen gesagt. Wenn Du schon nicht weißt, wann Du tatsächlich mit dem Arbeiten beginnst, kannst Du wenigstens die Wahrscheinlichkeit dafür erhöhen. Jeder Mensch kann sich zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten besonders gut konzentrieren, deswegen gilt es herauszufinden, wann deine persönliche Prime-Time ist. Wenn Du um diese Uhrzeit ausgeschlafen und nüchtern in der UB sitzt, ist bereits viel gewonnen.

2.) Genieße das Abschweifen

Umgekehrt hat es gar keinen Sinn, in den unproduktiven Phasen auf Geistesblitze zu hoffen. Manchmal will unser Gehirn nicht so wie wir, und das ist okay. Alles ist besser, als am Schreibtisch vor sich hinzuvegetieren, denn das zieht die Moral in den Keller. Mach’ stattdessen einen Spaziergang in der Sonne. Trink einen Tee. Lass’ dich in ein Gespräch verwickeln. Es ist alles erlaubt, was deine Arbeit für einen Moment aktiv unterbricht. Diese sinnvoll genutzte Zeit wird dir später ohnehin fehlen, wenn Du dich plötzlich richtig beeilen musst.
Bonus-Tipp für Fortgeschrittene: Erledige Dinge, die nervig sind, aber nicht ganz so nervig wie die eigentliche Aufgabe, vor der Du dich drückst. Wäsche aufhängen zum Beispiel, oder zur Post gehen.

3. Entwickle eine Arbeitsroutine

Jetzt, wo Du weißt, zu welcher Zeit deine grauen Zellen auf Hochtouren laufen, solltest Du dir eine Arbeitsroutine aneignen. Wenn jeder Tag gleich strukturiert ist, fällt es leichter, sich seinem Schicksal zu fügen. Am besten legst Du eine Uhrzeit fest, zu der Du auf jeden Fall dein Tagewerk beginnen willst. Bitte notfalls deine Mitbewohner, dich morgens zu wecken. Außerdem kann man sich im Schnitt nur 30 Minuten am Stück konzentrieren, und ist produktiver, wenn man nach einer halben Stunde die Arbeit für ein paar Minuten beiseitelegt. Die gute alte Kaffee- oder Mensapause hat aber auch ihre Daseinsberechtigung und ist in längeren Arbeitsphasen das Licht in der Dunkelheit. Grundsätzlich empfiehlt es sich immer, Puffer einzubauen. Denn schließlich sind wir nicht gut darin, Pläne auch wirklich einzuhalten.

4. Such’ dir einen Lieblingsarbeitsplatz

Zuhause bist Du zu abgelenkt, auf den täglichen Platzkampf in der UB hast Du aber auch keine Lust? Kein Problem, schließlich gibt es genügend Fachbibliotheken, die nicht so überfüllt sind. Kennst Du schon das VWL-Seminar im 2. Stock des KG II oder das Philosophische Seminar im KG I? Je fremder das Fach, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, von bekannten Gesichtern zu einer Pause überredet zu werden. Ein weiterer Vorteil sind die Öffnungszeiten, die deutlich beschränkter sind als die der UB und dir deswegen erlauben, ganz ohne schlechtes Gewissen ein bisschen später zu kommen.

Wenn du eher nicht zu den Bib-Gängern gehörst, willst Du es dir vielleicht in einem Café gemütlich machen. Das Castanea in der Belfortstraße 25 besticht mit seinem wenig Ablenkung bietenden Ambiente, sowie Steckdosen und WLAN. Hier kann das "Artjamming" in der Günterstalerstraße 41 zwar nicht mithalten (Laptopverbot!), bietet dafür aber die perfekte Atmosphäre zum ungestörten Lesen.

5. Druck macht Diamanten

Die meisten Menschen mit Aufschieberitis müssen erst in ernsthaften Zeitdruck geraten, bevor sie sich wirklich ihrem Projekt widmen. Dieser lässt sich mit ein bisschen Selbstbetrug künstlich nach vorne verschieben. Eine simple, wenn auch kostspielige Möglichkeit ist zum Beispiel, ein Flugticket zu buchen, das vor der Abgabefrist liegt. Dadurch ist man nicht nur gezwungen, früher fertig zu werden, man hat auch den gesamten Arbeitsprozess über ein Ziel vor Augen. Wer es etwas unkomplizierter mag, kann es mit der Pomodoro-Technik versuchen. Dafür formuliert man vier Aufgaben, die man jeweils innerhalb von 25 Minuten erledigen möchte. Zwischen jeder Etappe werden fünf Minuten Pause gemacht, am Ende gibt es eine längere Pause. Zur Messung helfen eigene Timer, die man ganz einfach im Internet findet.

6. Sei allzeit offen für Inspiration

Listen helfen, das Denken zu strukturieren und all das festzuhalten, was sonst unter den Tisch fällt. Und da die besten Einfälle meistens dann kommen, wenn man gerade gar keine Lust hat, sie umzusetzen, lohnt es sich, sie ganz schnell aufzuschreiben. Im Handy, im Notizblock, wo auch immer. Ob es sich um einzelne Sätze handelt, um eine mögliche Gliederung oder ein neues Themenkonzept – schreib es auf! Du wirst dich selbst lieben, wenn du in einer kreativen Trockenphase auf die Ideen deines Vergangenheits-Ichs zurückgreifen kannst.

7. Einfach anfangen?

Trotz all der guten Ausreden, die wir für uns selbst und andere parat haben, hilft es am Ende nichts. Was auch immer es ist, das wir vor uns herschieben. Es muss ja doch gemacht werden. Die Erfahrung sagt, dass der erste Schritt dabei die allergrößte Hürde ist. Schließlich ist ein leeres Dokument der Spiegel all der Arbeit, die noch auf uns wartet. Deswegen lautet die Devise: Einfach anfangen. Auch wenn es Stuss ist. Sobald Du etwas zu Papier bringst, wirst Du merken, wie viel leichter sich alles anfühlt. Nimm dir ein paar Minuten Zeit, die ersten wirren Gedanken niederzuschreiben. Verfasse ein Skript. Ganz egal, jeder Buchstabe gibt dir ein besseres Gefühl und bringt dich deinem eigentlichen Ziel näher: Endlich fertig zu werden.

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