BZ-Talk

5 Tipps, wie Du deine Finanzen in den Griff bekommst

Gina Kutkat

Wie steige ich ins Thema Geld ein und wie lege ich am Ende des Monats Geld zurück? Im BZ-Talk am Weltfrauentag mit Finanzberaterin Cornelia Bertsch ging es um konkrete Fragen zum Thema Geld. Das sind 5 ihrer Tipps.

1.) Einen Gelderfassungsbogen anlegen

Nur, wer einen Überblick über seine Finanzen hat, kann schauen, wo zu viel ausgegeben wird. Cornelia Bertsch rät deshalb allen Kundinnen, genau aufzuschreiben, wie viel Geld pro Monat reinkommt, und wie viel ausgegeben wird. Sie nennt das Gelderfassungsbogen, früher hieß das Haushaltsbuch. Dort kommt alles rein: Von der gesetzlichen Rentenversicherung, Auto, Immobilienkauf, Fortbildung, Wochenbudget, bis hin zu den Shoppingausgaben. "Bislang war jede Frau überrascht, für was sie am meisten Geld ausgibt", sagt Cornelia Bertsch im BZ-Talk mit Online-Redakteurin Gina Kutkat.

2.) Mit einem Wochenbudget leben

Eine weitere Methode, um sich und seinen Geldumgang kennenzulernen, ist die Festsetzung eines Wochenbudgets. Ob alleine oder als Paar: "Legen Sie sich 50 bis 150 Euro pro Woche zur Seite. Davon kaufen Sie ein, gehen Sie essen und holen sich den Cappuccino für zwischendurch", sagt Bertsch. Ihre langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass am Ende meistens etwas von dem Budget übrig bleibt. Denn wer vor Augen hat, wie viel Geld zur Verfügung steht, gibt automatisch weniger aus.



3. Über Geld sprechen

In einer Partnerschaft gehört es unbedingt dazu, über Geld zu sprechen, findet Cornelia Bertsch. "Jeder hat in der Kindheit einen anderen Umgang mit Geld gelernt und bestimmte Geldgefühle entwickelt." Da könne es schnell zu Streit kommen, wenn der eine das Geld gefühlt zum Fenster rauswirft und die andere ihr Geld hortet. "Sprechen Sie über Ihre Kindheit und wie die Eltern mit Geld umgegangen sind, so können Sie Ihre bessere Hälfte nochmal neu kennenlernen", rät Bertsch. Um dann gemeinsam Geldziele zu verfolgen – und am Ende mehr Geld zu sparen.

4. Geldziele formulieren

Wer zu Cornelia Bertsch in die Finanzberatung kommt, wird mit ihr über konkrete Geldziele sprechen. Denn die sind wichtig, wenn es ums Sparen geht. "Jede Kundin ist individuell und hat eigene Ziele, die sie verwirklichen möchte", so Bertsch. Sich etwas bildlich vor Augen führen hilft dabei, konkrete Schritte zu gehen. Möchte ich früh in Rente gehen? Eine Immobilie kaufen oder das Geld auf dem Tageskonto lassen, falls schwierige Zeiten kommen? Cornelia Bertsch begleitet die Frauen auf ihrem Weg, ohne konkrete Anlegetipps zu geben.

5. Zeit ist Geld

Cornelia Bertsch rät dazu, früh mit dem Sparen anzufangen. "Stellen wir uns vor, eine junge Frau kann 100 Euro monatlich sparen und will das Geld für 50 Jahre anlegen. Bei einem Zinseszins von 6 Prozent – das soll jetzt keine Anlageempfehlung sein – kommt sie auf 357.000 Euro. Fängt sie nur zehn Jahre später an, kommt sie nur bei 191.000 Euro raus." Deswegen seien auch unsichere Pandemie-Zeiten kein Hindernis, um mit einem Sparplan anzufangen. Man sollte sich nicht von Schwankungen und schon gar nicht von Prognosen, Wirtschaftsweisen oder Verlustgeschichten verrückt machen lassen. Schwankungen an der Börse sind normal und machen das Ganze ja auch so spannend.

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