Pandemie

37 Corona-Fälle mit Mutationen im Raum Freiburg nachgewiesen

Joachim Röderer

Mittlerweile sind 37 Fälle in und um Freiburg mit Virus-Mutanten durch das Gesundheitsamt bestätigt. Es soll sich bei den Fällen in der Freiburger Kita um die Südafrika-Variante handeln.

Das Gesundheitsamt Freiburg hat am Donnerstagmittag 37 Fälle in der Stadt Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald bestätigt. 18 Fälle entfallen demnach auf die Evangelische Kindertagesstätte Immergrün im Freiburger Stadtteil Vauban. Dort wurden insgesamt 25 Corona-Infektionen registriert. Betroffen sind elf Kinder und 14 Erwachsene. Die Nachtypisierung, bei der das Vorliegen einer Mutation untersucht wird, ist noch nicht bei allen Proben abgeschlossen. Offen blieb zunächst noch, um welche Mutation es sich handelt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach am Donnerstagabend in einem Pressegespräch davon, dass bei den Kita-Fällen die Südafrika-Mutation nachgewiesen worden sei.


"Es ist das eingetreten, was Experten erwartet haben: Wenn man nach den Mutationen sucht, wird man sie auch finden." Oliver Kappert
Untersucht wurden die Proben aufgrund einer Nachtypisierungsaktion, mit dem das Bundesgesundheitsministerium in Berlin die großen Labore im Land beauftragt hatte. Ausgewählt für Stichproben wurde auch Testmaterial von Betroffenen aus der Kita. Oliver Kappert, Leiter des Gesundheitsamtes beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, sieht in Südbaden keinen besonderen Hotspot für das Auftreten der Coronavirus-Varianten. "Es ist das eingetreten, was Experten erwartet haben: Wenn man nach den Mutationen sucht, wird man sie auch finden", so Kappert am Donnerstagnachmittag in einer Online-Pressekonferenz. Er geht davon aus, dass die Zahl der Fälle mit Mutationen in den kommenden Tagen steigen wird. Die Fallzahl insgesamt im Raum Freiburg sei – mit Schwankungen – aber dennoch weiter eher rückläufig.

"Alles spricht dafür, dass es die Kita zufällig getroffen hat"

Bei den infizierten Kindern, Erzieherinnen und Erziehern sowie den angesteckten Angehörigen habe es keine schweren Verläufe gegeben, so Kappert: Die Erkrankten seien teils asymptomatisch gewesen, teils hätten sie die üblichen Grippesymptome gezeigt. Ob die mutierte Variante, wie sie in dem Cluster der Kita aufgetreten ist, nun ansteckender als das Ursprungsvirus ist, dazu könne man bislang noch keine Aussage treffen, meinte der Leiter des Gesundheitsamtes. Bekannt ist auch, dass es im Stadtteil Vauban zuletzt auch Auseinandersetzung um das Einhalten der Maskenpflicht gab. Hier sieht das Gesundheitsamt aber keinen Zusammenhang zum Geschehen in der Kita: "Alles spricht dafür, dass es die Kita zufällig getroffen hat."

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