Ermittlungen

20-Jähriger stirbt nach Messerstecherei im Freiburger Bermudadreieck

Joshua Kocher & Joachim Röderer

Ein Streit vor einer Bar endete am Freitagmorgen für einen 20-jährigen Freiburger tödlich. Er starb durch mehrere Messerstiche auf der Straße. Die Polizei hat Tatverdächtige festgenommen.


Die vier Männer waren, so erzählt es der Betreiber einer Cocktailbar in der Niemensstraße, die letzten Gäste in seiner Bar gewesen. Das Licht war schon an, als sie das Lokal verließen. In der Bar habe es noch keinen Streit gegeben, lediglich einen kurzen Wortwechsel am Zigarettenautomaten. Erst draußen auf der Straße sei es dann zum Streit gekommen – mit einem tragischen Ende.

Gegen 3 Uhr morgens meldete ein Zeuge der Freiburger Polizei, dass bei einer Auseinandersetzung vierer Männer in der Niemensstraße einer der Beteiligten zu Boden gegangen sei. Die anderen drei Männer seien geflüchtet. So schreibt es die Polizei in einer Pressemitteilung.

Der zu Bode gegangene Mann wurde durch mehrere Messerstiche verletzt. Es soll sich bei ihm um einen 20-jährigen Freiburger mit libanesischer Staatsangehörigkeit handeln. Er erlag wenig später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen.

Zwei Männer festgenommen, ein dritter auf der Flucht

Zwei der drei in der Nacht geflüchteten Männer konnten nach Polizeiangaben zwischenzeitlich festgenommen werden. Hierbei handelt es sich um einen 23-Jährigen mit deutsch-libanesischer Staatsangehörigkeit, der selbst durch ein Messer am Oberschenkel verletzt wurde, sowie um einen 22-jährigen Deutschen. Nach Mitteilung von Ralf Langenbach, dem Pressesprecher der Freiburger Staatsanwaltschaft, ist einer der beiden Tatverdächtigen zuvor bereits durch Körperverletzungsdelikte aufgefallen. Der Hintergrund des Streits ist noch offen.

Ermittler der Polizei und Angestellte der Stadtreinigung durchsuchten am Morgen unter anderem einen Gullyschacht vor der Kneipe "El Bolero". Die Niemensstraße war zwischen den Gaststätten UC-Café und Schwarzer Kater bis gegen 9.30 Uhr abgesperrt. Gesucht worden ist dem Vernehmen nach die Tatwaffe.

Nach dem dritten Tatverdächtigen wurde auch am Freitagnachmittag weiter gesucht, wie Polizeisprecherin Laura Riske auf Nachfrage bestätigte.

Videokamera am Tatort – aber nicht eingeschaltet

Nahe dem Tatort befinden sich auch eine der vor einiger Zeit installierten Überwachungskameras, die Teil des neuen Freiburger Sicherheitskonzeptes sind – und die der Polizei nähere Hinweise zur Tat und zu den Tätern hätten liefern können. Allerdings sind die Kameras bislang noch immer nicht scharf geschaltet worden.

Der Start ist mehrfach verschoben worden, weil wegen der Corona-Pandemie zuletzt weniger Straftaten in Freiburg registriert worden waren. Aber: Darüberhinaus gibt es ohnehin den Beschluss, dass die Videoüberwachung, wenn sie denn mal laufen sollte, nur in Wochenendnächten und vor Feiertagen aktiviert werden darf.

Hilfreiche Videobilder gibt es aber wohl trotzdem: Der Betreiber der Cocktailbar sagte, dass er der Polizei die Bänder von Überwachungskameras des Lokals zur Verfügung gestellt hat.
Zeugen der Nacht können sich bei der Kriminalpolizei unter Tel. 0761 882 2880 melden.