So gefährlich ist Aluminium in Deos

Konstantin Görlich

Brustkrebs oder Alzheimer: Aluminiumsalze sind wohl gefährlicher als bisher angenommen. Zwei Schülerinnen des Gymnasiums Achern haben das jetzt genauer untersucht. Ihr Ergebnis sollte dir zu denken geben:



Aluminiumsalze wirken als Antitranspirant in Deos. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass sie die Öffnungen in der Haut, durch die normalerweise Schweiß austritt, verschließen. Die Körperflüssigkeit gerinnt bei Kontakt mit dem Alu. Eigentlich ist das eine äußere Anwendung, in den Körper hinein sollte das Leichtmetall dabei nicht gelangen. Tut es das etwa doch?


Katharina Kautz (15) und Deborah Kern (16) haben genau das bei ihrer ersten Teilnahme bei Jugend forscht untersucht. Natürlich nicht an sich oder anderen, sondern im Labor, an einer Membran, die so ähnlich funktioniert, wie die Haut: Schweinedarm.

Noch vor einem Jahr gab das Bundesinstitut für Risikobewertung in einer Stellungnahme zu, dass Aufnahme und Wirkung von Aluminiumsalzen aus Kosmetika über die Haut bislang nicht ausreichend erforscht seien. Wohl aber könnte durch Kosmetik weit mehr Alu in den Körper gelangen, als gesund ist. Ein wenig nehmen wir über die Nahrung ohnehin zu uns - auch ohne am MacBook zu knabbern.

Die jungen Forscherinnen gaben also Alumimiumchloridhexahydrat in den Schweinedarm, verschlossen ihn, und legten das ganze in Eiweiß. Dieses würde sich trüben, käme es mit dem potentiellen Schadstoff in Kontakt, genauso wie das Blut im menschlichen Körper, für das es als Vergleich dient. Ihr Ergebnis:

"Das Eiweiß hat sich getrübt." sagt Katharina Kautz. "Daraus konnten wir schließen, dass Alumimiumchloridhexahydrat unserem Körper schadet. Ist es einmal im Blut, kann man seine Verbreitung nicht mehr Verhindern und es kann sich an Stellen wir Brust und Nieren ablagern."

Aluminiumchloridhexahydrat klingt nicht danach, als wolle man es im Körper haben. Von Deos mit Aluminiumsalzen raten die beiden ab. Aber wie geht es jetzt weiter? "Wir hoffen, dass Menschen auf dieses Thema aufmerksam  werden und dass sich eventuell auch Wissenschaftler damit befassen und auf unseren Ergebnissen aufbauen."



Mehr dazu:

Was: Regionalwettbewerb Südbaden – Jugend forscht
Wann: Dienstag und Mittwoch, 3. und 4. Februar 2015
Wo: Rothaus-Arena der Messe Freiburg
Eintritt: frei
Disclosure

Fudder ist Medienpartner des Regionalwettbewerbs Jugend forscht. Dieser wird in Südbaden zum zwölften Mal in Folge vom Waldkircher Unternehmen Sick AG durchgeführt. Im Rahmen dieser Kooperation gibt es wieder unser Forscher-Blog mit freundlicher Unterstützung der Sick AG. Wir versorgen euch von heute an wieder mit den interessantesten Themen rund um das Thema Jugend forscht.

[Fotos: Bertold Werkmann & mhp, fotolia; Konstantin Görlich]