Nachruf

Oliver Rath ist tot

Carolin Buchheim, Konstantin Görlich & Daniel Laufer

Der viele Jahre in Freiburg beheimatete Star-Fotograf Oliver Rath ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gestorben. Dies hat sein Management bestätigt. Rath wurde nur 38 Jahre alt.

Zu den näheren Umständen und zur Todesursache wolle sich Raths Familie nicht äußern, berichtet die Bildzeitung. Er hinterlässt seine Partnerin Tina und seine beiden Kinder Matilda und Vincent.


Oliver Rath hat seine Karriere als HipHop-DJ "Al Kapone" in Freiburg begonnen. Seine ersten Aufträge als Fotograf machte er 2007 für das Online-Portal fudder.de (Dossier mit Oliver Raths Veröffentlichungen auf fudder), fotografierte Konzerte und Modenschauen. 2010 ging Rath nach Berlin, wo er die Stadt mit Stickern tapezierte und als Fotograf schnell Erfolg fand. 2012 eröffnete er unweit des Rosenthaler Platzes die "Rath Gallery". Auch als DJ war Rath weiterhin aktiv, legte gemeinsam mit dem Freiburger Jan Ehret als "Ehret und Rath" auf.

Oliver Rath wusste es, mit seinen Hochglanzbildern zu provozieren. Er fotografierte, inspiriert von Helmut Newton und Terry Richardson, bevorzugt wenig bekleidete Models, oft mit Drogen-Utensilien in Händen oder an Nasen. Viele Prominente aus Film, Fernsehen und Musik wusste er geschickt in aufwendig ausstaffierten Dekorationen in Szene zu setzen.

Löw, Lagerfeld, HP Baxxter

Joachim Löw, Karl Lagerfeld, Iris Berben, die Scorpions, Sophia Thomalla, Westbam, HP Baxxter, Ferris MC, Joko und Klaas – wer mutig genug war, ließ sich von Rath ablichten. "Bei Oliver Rath habe ich nie das Bedürfnis, meine Klamotten anzubehalten", wird etwa TV-Sternchen Micaela Schäfer in Raths Bildband "Berlin Bohéme", der 2014 erschien, zitiert.

Im vergangenen Jahr machte Oliver Rath Schlagzeilen, weil er plante, seine Lebensgeschichte verfilmen zu wollen – mit Simone und Sophia Thomalla in Hauptrollen. Sophia Thomalla postete am Samstagnachmittag auf Instagram ein Foto, das sie mit Rath zeigt.



Raths Bilder hängen in Freiburger Waschsalon

In Freiburg sind einige von Raths Bildern seit April zu sehen – sie hängen in einem Waschsalon im Sedanquartier. Bei der Eröffnung sprach Rath über den Film, seine Plänen für die Zukunft und kündigte ein Musik-Album an.

"Musik, finde ich, ist genauso eine Kunst wie Bilder machen, für mich ist Kochen eine Kunst, Stricken, also... Für mich ist ganz viel Kunst, was irgendwie anders ist." Auch für seine alte Heimat fand Rath damals gute Worte: "Ich freue mich auch mal wieder hier zu sein. Ich bin ja ein altes Bobbele."

Zuletzt arbeite Oliver Rath an einer Fortsetzung seines Bildbands "Berlin Bohème". Das Buch sollte im Frühherbst erscheinen. Der Arbeitstitel: "Born wild in Berlin".