Die Uni Freiburg im neuen Hochschul-Ranking des CHE

Konstantin Görlich

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat sein Hochschulranking 2014/15 vorgestellt. Was es kann und wie die Uni Freiburg abschneidet, hat sich fudder-Autor Konstantin Görlich für Euch angeschaut:



“Was möchten Sie studieren?” ist die zentrale Frage, die das neue CHE-Ranking stellt. Oder beantwortet, denn hier kann man tatsächlich “Irgendwas mit Medien” anklicken und bekommt dann Informationen und Rankings zu Bereichen wie Medieninformatik, Multimediadesign Nachrichten und - na klar - Medien.


Auch wenn es der Name noch vermuten lässt:  Eine Tabelle wie beim Fußball gibt es beim CHE-Ranking nicht. Die Daten aus den Umfragen werden dafür genutzt, Fächer und Hochschulen gezielt in auszuwählenden Bereichen zu vergleichen. Das soll die Fach- oder Hochschulwahl erleichtern helfen. Der interuniversitäre Renommé-Schwanzvergleich vergangener Jahre ist anscheinend einigermaßen passé.

Schade, eigentlich, denn wie schneidet die Uni Freiburg denn nun ab? Ein Fach als Kriterium muß her! Wir entscheiden uns für Humanmedizin, den Mercedes unter den Studienfächern. Keine Fakultät ist größer, kaum ein Fach älter. Der Beruf: Ansehensstabil und allen Klagerufen zum Trotz immer noch einkommensstark. Die Uniklinik: Nicht nur bei Sportlern beliebt. Die Studierenden: Stets adrett gekleidet und in vielen Clubs gern gesehene Gäste. Die Fachschaftsparty: Legendär und riesengroß.

Da liegt es doch nahe, daß die Uni Freiburg beim Fach Medizin im neuen CHE-Ranking hervorragend abschneidet. Wir haben das Visualisierungstool in drei Bereichen auf das Weißkittelfach angesetzt: Forschung, Ausstattung und Studium & Lehre. Je größer und mittiger der grüne Klecks, desto besser.

Erste Runde: Forschung



Hier gehen Dinge in die Wertung ein, die auf den ersten Blick wenig mit dem Studium selbst zu tun haben, beispielsweise Promotionen, Forschungsgelder und Veröffentlichungen pro Professor oder Zitationen pro Publikation. Und siehe da: Freiburg sieht so aus, als läge es mit Heidelberg und den beiden Unis in München gleich auf. Das entspricht dem gefühlten Elitestatus und dürfte das Rektorat freuen.

Zweite Runde: Ausstattung



Praktikumslabore, Behandlungsräume, Bibliotheksausstattung oder die IT-Infrastruktur sind hier die Werte, die den Unterschied ausmachen. Und der ist für Freiburg gewaltig, denn es geht abwärts. Heidelberg kann sich im Spitzenbereich halten, Greifswald und Münster tauchen in selbigem auf, die TU München noch hinter Freiburg im Mittelfeld ab.

Und: Ja, wir wissen, warum die Uni Heidelberg zwei mal auftaucht. Das eine ist die medizinische Fakultät Heidelberg, das andere die medizinische Fakultät Mannheim der Uni Heidelberg. Was es nicht alles gibt.

Dritte Runde: Studium & Lehre



Hier gilt’s, denn wichtig ist aufm Studienplatz. Wir entscheiden uns für Daten wie Betreuungsrelation, Studierbarkeit, Lehrangebot, Privatmiete am Hochschulort und die Unterstützung für ein Auslandsstudium. Während sich Heidelberg noch im Mittelfeld halten kann, stürzt Freiburg noch dramatischer ab als in Runde 2. Mit München und Marburg landet unsere Alma Mater knapp vor Rostock, Mainz und dem Tabellenende. An der Spitze liegen kleinere Unis wie Witten/Herdecke, Magdeburg oder Lübeck.

Als Fazit bleibt ein entschiedenes: Es kommt drauf an. Das neue CHE-Ranking erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den Fragen, die sich auf dem Weg zum richtigen Studium zwangsläufig stellen. Keine Uni ist per se besser oder schlechter als die andere, dafür sind die Unterschiede zu vielfältig, genauso wie die möglichen Antworten. Es kommt also darauf an, die richtigen Fragen zu stellen.

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