Die Bibliothek im KG IV öffnet am Wochenende wieder

Konstantin Görlich

Die Klagen über Platzmangel in der Uni-Bibliothek reißen seit Monaten nicht ab. Seit dem Jahreswechsel wurde nun auch noch die benachbarte Bibliothek im KG IV an den Wochenenden geschlossen, was die Lage zusätzlich verschärfte. Die Studierenden beschwerten sich - mit Erfolg:



Über 200 Arbeitsplätze gibt es in der verwinkelten Bibliothek im Kollegiengebäude IV am Platz der Universität. Außer am Wochenende, da hat die Bibliothek neuerdings geschlossen. Das ärgerte vor allem Studierende der Anglistik, Soziologie, Politikwissenschaften und Geschichte, deren Präsenzbibliothek die KG-IV-Bib ist - aber es betrifft alle, denn am Wochenende wird durch die Schließung die in unmittelbarer Nähe gelegene neue UB zusätzlich belastet. Die aber ist ohnehin chronisch überfüllt, besonders jetzt, in der Prüfungszeit. Die 100 Stühle, die dort kürzlich hinzugestellt wurden: kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.


Die Studierenden beschwerten sich beim Rektorat. Am Dienstag wurden 800 Unterschriften an Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer übergeben, was die Argumente der Studierenden zusätzlich untermauerte. Und tatsächlich: Die Einschränkung der Öffnungszeiten wird wieder aufgehoben. Wann genau, steht allerdings noch nicht fest: "Zum nächstmöglichen Zeitpunkt", heißt es aus dem Rektorat, das bereits am Montag entschieden hatte. "Damit reagieren Rektorat und UB auf die ungebrochen hohe Nutzung der UB, der die dezentralen Bibliotheken der Universität Freiburg zugeordnet sind, und entsprechen einem Wunsch der Verfassten Studierendenschaft", schreibt die Uni-Pressestelle. Die Wochenendöffnung werde nun aus zentralen Mitteln der Uni finanziert.

Die UB prüft jetzt, wie sie kurzfristig Personal für die neue Wochenend-Öffnung organisieren kann. Die alten Stellen waren zum Jahresende ausgelaufen und nicht verlängert worden. Als Grund für die Einschränkung der Öffnungszeiten nennt die Uni Sparmaßnahmen, weil ihr 2016 weniger sogenannte QSM-Ersatzmittel zur Verfügung stehen. Die UB habe sich sogar bei der Verfassten Studierendenschaft um Gelder für die Wochenendöffnung der KG-IV-Bibliothek beworben - erfolglos.

QSM waren Qualitätssicherungsmittel, also Geld vom Land, das an Stelle der weggefallenen Studiengebühren an die Unis floss. Diese Gelder sind nun als QSM-Ersatzmittel direkt in den Uni-Haushalt übergegangen. Allerdings gehen gut 11,7 Prozent davon an die Verfasste Studierendenschaft, die selbst darüber entscheidet, wie sie damit die Qualität von Studium und Lehre sichert - in Freiburg sind das 1,5 Millionen Euro.

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[Archivfoto: Lucas Dueck]