Der Tricorder aus Star Trek: Michael (14) hat ihn gebaut

Konstantin Görlich

Hier ist aus Science Fiction Realität geworden: Michael Schulz (14) tritt bei Jugend forscht mit einem Tricorder an, den er selbst entwickelt und gebaut hat. Bisher kannte man das Gerät nur aus Star Trek. Es ist vollgepackt mit Sensoren aller Art und hat natürlich WLAN und Touchscreen.



Der Schwarzwald. Unendliche Weiten. Wir befinden uns in der Gegenwart. Dies ist der Tricorder von Michael Schulz (14) aus Furtwangen. Ja, richtig, ein Tricorder. Das universelle Allesmessgerät, das alle Sternenflotteningenieure stets dabei haben, ist Wirklichkeit geworden.


"Ich bin beim Aufräumen über die Star Trek Voyager DVD-Sammlung meines Vaters gestolpert. Ich sah mir ein paar Folgen an und fand den Tricorder sehr interessant. In der Schule mag ich Mathe und die Wissenschaftsfächer am meisten und dachte mir, dass es sehr nützlich wäre, selbst einen Tricorder zu haben, sozusagen als ein Schweizer Taschenmesser für Wissenschaftler."



Was liegt da näher, als einfach mal einen selbst zu bauen? Gedacht, getan. Das handliche Gerät ist vollgepackt mit Sensoren für Radioaktivität, Temperatur, Beschleunigung, Abstand, Magnetfelder und Feuer, hat WLAN und Touchscreen sowie einen Webserver. Die Batterie hält eine Stunde und kann drahtlos geladen werden. Diese Ausstattung stellt jedes iPhone in den Schatten. Wer ein solches bedienen kann, kommt auch mit dem Tricorder klar, denn der ist voll alltagstauglich:

"Man benutzt den Tricorder wie ein Smartphone. Über das Touch-Display werden Messwerte abgelesen und Eingaben gemacht. Wir verwenden den Tricorder zu Hause für alle Arten von Messaufgaben: die Temperatur des Gefrierfaches, die recht hohe kosmische Hintergrundstrahlung im Flugzeug oder die Beschleunigungsmessung im Auto. Mein Vater hat vor ein paar Tagen einen Toaster repariert, da half ihm der Tricorder bei der Messung der Heizspirale."



Und noch einen Apple-Vergleich besteht Michaels Tricorder: Er ist leichter als ein iPad Air 2 und es hat ungefähr genau so viel gekostet, ihn zu bauen: etwa 500 Euro. Eine örtliche Elektronikfirma spendierte die von Michael eigens entworfene Leiterplatte. Das Gehäuse wurde mit einem 3D-Drucker ausgedruckt.

Der Tricorder ist cool, keine Frage, aber er ist auch nützlich: "Besonders dann, wenn man mehrere Dinge gleichzeitig messen muss, also zum Beispiel Abstand in Abhängigkeit von Temperatur oder Magnetfeld." Oder radioaktiver Strahlung, der Tricorder spricht auf Beta- und Gammastrahlen an. "Ich denke auch, dass er in Fukushima sehr guten Anklang fände oder überhaupt bei Leuten, die in der Nähe von allen Arten von Strahlungsquellen wohnen. Schulkindern kann er den Zugang zur Physik und Chemie erleichtern."

Michael ist 14 und besucht das Otto-Hahn-Gymnasium Furtwangen. Er ist zum ersten Mal bei Jugend forscht dabei. Wenn er nicht gerade Science Fiction Realität werden lässt spielt er gerne Fußball, Klavier wenn er muss, schwimmt und spielt Computerspiele. Seine liebster Charakter aus Star Trek ist Captain Janeway: "Sie ist eine Wissenschaftlerin, aber auch eine super Führungspersönlichkeit. Sie zeigt, dass Wissenschaftler nicht unbedingt Nerds sein muessen."



Mehr dazu:

Was: Regionalwettbewerb Südbaden – Jugend forscht
Wann: Dienstag und Mittwoch, 3. und 4. Februar 2015
Wo: Rothaus-Arena der Messe Freiburg
Eintritt: frei
Disclosure

Fudder ist Medienpartner des Regionalwettbewerbs Jugend forscht. Dieser wird in Südbaden zum zwölften Mal in Folge vom Waldkircher Unternehmen Sick AG durchgeführt. Im Rahmen dieser Kooperation gibt es wieder unser Forscher-Blog mit freundlicher Unterstützung der Sick AG. Wir versorgen euch von heute an wieder mit den interessantesten Themen rund um das Thema Jugend forscht.

[Fotos: Michael und Karsten Schulz]