Braucht Freiburg einen Social-Media-Newsroom – wie in Frankfurt?

Konstantin Görlich

Frankfurt am Main hat schon einen Social Media Newsroom – und erweitert ihn ständig. Braucht Freiburg das auch? Hier ist der Social-Media-Vergleich zwischen Main und Dreisam.

Frankfurt am Main hat einen Social Media Newsroom. Auf smnr-frankfurt.de bündelt die Stadt alle Aktivitäten ihrer eigenen Einrichtungen in den Sozialen Netzwerken.


Das "Museum für Komische Kunst" zeigt gerade die Entstehung des Gemäldes "Neverland Calling" auf YouTube. Die Volkshochschule hat einen neuen Online-Test für ihre Sprachkurse. Bei der Aktion "Knips mich!" der Entsorgungsbetriebe stehen die Gewinner-Fotos fest. Fast 50 Postings stehen an einem zufällig gewählten Dienstagmittag auf der Seite – alle vom selben Tag.

Auf der in Kacheln angeordneten Übersichtsseite ist richtig was los. Man kann sich aber auch nur die Tweets anschauen oder nur YouTube, oder nur die Postings der Museen, oder gezielt nach Veranstaltungen fahnden – und das alles, ohne in einem der Sozialen Netzwerke angemeldet sein zu müssen.

Knapp 100 Kanäle füttern den Newsroom

"Wenn es ein Social-Media-Newsroom sein soll, dann wollen wir in einer Art Leistungsschau zeigen, was in Frankfurt im Bereich Social Media präsentiert und dargestellt wird", sagt Daniel Grebe vom Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main. Mittlerweile knapp 100 städtische Kanäle laufen in die Seite ein. Der nächste Schritt seien die städtischen Instagram-Accounts, die gerade entstehen.

Müssen jetzt alle Ämter in die sozialen Netze? Nein. "Wir haben das aufgegriffen, was es schon gab – und da teilweise auch noch Rücksprache gehalten, ob die überhaupt im Social-Media-Newsroom vertreten sein wollen." Manchmal mache es wegen eingeschränkter Zielgruppen einfach keinen Sinn.

Um die 1500 Besucher hat die Seite – pro Monat. "Wir sehen den Social-Media-Newsroom nicht als Trafficbringer", sagt Grebe. Die meisten Nutzer, die die Stadt erreichen will, erreiche sie direkt auf den Netzwerken selbst. Gut 2000 Euro habe die Programmierung der minimalistischen Seite gekostet – darunter liegt eine Wordpress-Installation mit speziellem Plugin.

Braucht Freiburg das auch?

"Nett ist es ja schon", sagt Petra Zinthäfner vom Büro für Kommunikation. "Aber inhaltlich hat man das selbe Angebot auch auf unseren Homepages."

Die niedrige Zugangshürde, nicht in den Netzwerken angemeldet sein zu müssen, sieht man in Frankfurt als Vorteil – in Freiburg nicht.

"Wir schauen, dass freiburg.de trackingfrei ist", sagt Christof Heim von der Onlineredaktion beim Büro für Kommunikation der Stadt Freiburg, und spricht damit die Datenschutzbedenken an, die einem vergleichbaren Angebot entgegenstünden, zusätzlich zum Arbeitsaufwand, den Social Media mit sich brächte.

In Sachen Social Media stünde man "noch ganz am Anfang", sagt Petra Zinthäfner. "Wir wollen eine gesamtstädtische Strategie erarbeiten". Außerdem gebe es ja noch gar nicht so viele Social-Media-Accounts städtischer Einrichtungen.

In der Tat: Es findet sich ein YouTube-Kanal mit 96 Abonnenten und ein städtisches Twitter-Account mit immerhin 8635 Followern. Die Stadtbibliothek twittert auch, was sie so treibt, und erreicht damit 755 Follower. Zwei beinahe verwaiste Twitter-Accounts zu Beteiligungshaushalt und OpenData runden das Bild ab. Mehr ist – zumindest auf freiburg.de – nicht zu finden.