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Pensionsbetreiber Moritz Urmoneit: Wie geht’s und wie geht’s jetzt weiter?

Jennifer Fuchs

Wie verbringen die Menschen in Freiburg die Krise? Was macht es mit ihnen und wie lenken sie sich ab? fudder fragt bei Studierenden, Sportlern und Gastromenschen nach. Folge 6: Moritz Urmoneit vom Haus Emona.

Moritz Urmoneit, 25, übernahm 2018 das Gäste- und Appartementhaus Haus Emona am Freiburger Seepark. Er hatte sich gerade für das Studium der Musikwissenschaften in Freiburg eingeschrieben, als ihn Freunde der Familie den Vorschlag zur Übernahme der Pension machten. Mit einer bereits absolvierten Kaufmännischen Ausbildung und Erfahrung im Gastgewerbe nahm er die Herausforderung an.

Moritz, wie geht es dir?

Deutlich besser, seitdem ich wieder ohne Einschränkungen Gäste empfangen darf. Die großen Unsicherheiten, egal ob privat oder beruflich waren belastend und haben sicherlich ihre Spuren hinterlassen, somit ist die Freude jetzt umso größer und man bekommt mittlerweile ein wenig das Gefühl der Normalität zurück.
"Jetzt nach den Einschränkungen hoffe ich auf die Reiselust und eine höhere Anzahl von Gästen, um die schmalen Monate etwas aufzuholen." Moritz Urmoneit

Wie hast du die letzten zwei Monate verbracht ?

Etwa acht Wochen galten für mein Gäste- und Appartementhaus massive Einschränkungen. Übernachtungen durfte ich nur noch für berufliche Zwecke anbieten, somit fielen etwa zwei Drittel der Aufenthalte weg. Nach den anfänglichen Sorgen, wie und ob es irgendwann weitergeht, habe ich mich dazu entschiede,n die gegebene Zeit sinnvoll zu nutzen und einige Renovierungs- und Gartenarbeiten zu erledigen. Dinge, zu denen man sonst um diese Jahreszeit nicht kommt. Zudem hatte ich endlich Zeit, um ein wenig mehr Sport zu treiben und konnte sogar ein paar Kilo abnehmen.
fudder fragt nach

fudder möchte in dieser Serie junge Menschen aus Freiburg und der Region vorstellen und sie fragen, wie es ihnen in der Krise geht. Dabei möchte die Redaktion einen Querschnitt der Gesellschaft zeigen. Seit Mai stellen wir regelmäßig eine Folge von "Wie geht’s und wie geht’s jetzt weiter?" online.

Folge 1: Simon Danner vom EHC: WWie geht’s und wie geht’s jetzt weiter?
Folge 2: Studentin Julia Klar: Wie geht’s und wie geht’s jetzt weiter?
Folge 3: Sandra Gruhle, Head-Barista vom Café Marcel: Wie geht’s und wie geht’s jetzt weiter?
Folge 4: Friseurmeister und Barbier Remo Balda: Wie geht’s und wie geht’s jetzt weiter?
Folge 5: fudder-Redaktion: Wie geht’s und wie geht’s jetzt weiter?

Welche beruflichen Auswirkungen hat die Krise für dich und deine Pension?

Vor der Krise hatten wir, wie im Gastgewerbe üblich, die im Jahresdurchschnitt schlechtesten Monate. Dementsprechend war die Freude auf den Start der Saison sehr groß. Das Frühjahr und diverse Feiertage wie Ostern locken normalerweise viele Leute nach Freiburg.

Ich arbeite von Anfang an mit diversen Firmen zusammen, die ihre Mitarbeiter regelmäßig bei mir einquartieren. Das beherbergen von Gästen mit beruflicher Notwendigkeit war durchgehend erlaubt, macht aber im Durchschnitt nur ein Drittel der Gesamtübernachtungen aus. Das war aber immerhin etwas. Jetzt nach den Einschränkungen hoffe ich auf die Reiselust und eine höhere Anzahl von Gästen, um die schmalen Monate etwas aufzuholen. Für die Reinigung der Appartements wird jetzt natürlich deutlich mehr Zeit benötigt, da wir nach jedem Gast das gesamte Appartement desinfizieren. Das ist jedoch eine Mehrarbeit, die man gerne macht zum Schutz und Wohl der Gäste.

Wie geht es für dich weiter?

Mit Vollgas und guter Stimmung geht es weiter. Die familiäre Atmosphäre und die Ausstattung der Appartements mit eigener Küche und Badezimmer sehe ich hier als Vorteil gegenüber Hotels. Mit der Reiselust der Menschen und dem gewohnt guten Service erhoffe ich mir eine höhere Anzahl von Gästen im Haus und schaue positiv in die Zukunft. Mein Anspruch war es von Anfang an, Besuchern im Haus ein Zuhause auf Zeit anzubieten, indem sie sich wohl fühlen. Die Wertschätzung meiner Arbeit von Stammkunden sowie neuen Gästen ist ein großer Ansporn.