Coronakrise

OB Horn will Feierlichkeiten zum Freiburger Stadtjubiläum nachholen

Jelka Louisa Beule

"Jetzt erst recht": Dieses Motto gibt OB Horn für das Stadtjubiläum aus. Zudem soll es Alternativen zu den geplanten Terminen geben, die derzeit ausfallen – etwa im Internet oder am Telefon.

Zwar legt das Coronavirus aktuell alle geplanten Veranstaltungen lahm - und wie es weitergeht, steht in den Sternen. Horn hofft aber, dass viele Termine zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden können. Außerdem will das Rathaus Alternativen bieten: Kultur- und Bildungsangebote - städtische und private - sollen zu den Menschen nach Hause kommen. Weiterhin wird die Internetseite des Stadtjubiläums zu einer zentralen Plattform für Hilfsangebote.


"Das ist ein herber Rückschlag für unser Jubiläumsjahr." Martin Horn
Keine Frage: Den 900. Geburtstag der Stadt Freiburg hatten sich alle anders vorgestellt. "Das ist ein herber Rückschlag für unser Jubiläumsjahr", sagt Martin Horn. Denn statt der geplanten großen und kleinen, zentralen und dezentralen Veranstaltungen ist jetzt erstmal Stillstand angesagt. Bis Ende April sind alle Termine definitiv abgesagt - darunter das Lichtspektakel "Münster-Mapping", das in diesen Tagen stattgefunden hätte und dass als erstes Highlight im Festjahr galt. "Wir hoffen, dass wir das im Herbst nachholen können", sagt Horn. Auch bei vielen anderen Terminen gehe es "um Verschieben und nicht um Absagen", hofft der Oberbürgermeister.

Entscheidung über zentrale Festwoche im Juli ist noch nicht gefallen

Allerdings sei derzeit völlig unklar, wann es wieder öffentliche Veranstaltungen geben könne. Die Stadtverwaltung entwickle deshalb verschiedene Zeitpläne. "Aber wir müssen auf Sicht fahren und können nichts verbindlich planen." Auch die Entscheidung, was mit der zentralen Festwoche im Juli geschehe, sei noch nicht gefallen, so Horn.

Den Kopf in den Sand stecken möchte die Stadtverwaltung aber nicht. Im Gegenteil: Gerade in diesen schwierigen Zeiten sei es wichtig, nicht nur Trübsal zu blasen, meint Horn, sondern kreative Ideen zu entwickeln: "Wir lassen uns den Geburtstag nicht nehmen". Dies will er als eine Art "Freiburger Trotzreaktion" verstanden wissen. Die Stadtverwaltung hat deshalb umgeplant. Sie möchte zum einen in den kommenden Wochen den Bürgern Kultur- und Bildungsangebote nach Hause bringen. Vorgesehen sind zum Beispiel virtuelle Rundgänge durchs Augustinermuseum oder Theatervorführungen, die übers Internet aufs heimische Sofa gestreamt werden. Neben digitalen soll es auch analoge Angebote geben, etwa für Senioren ohne Onlinezugang - zum Beispiel ein klassisches Konzert, das sich über den Telefonhörer verfolgen lässt.

Horn ruft Bürgerinnen und Bürger auf, ebenfalls Ideen zu entwickeln

Bei den Aktivitäten der Stadtverwaltung soll es aber nicht bleiben. Explizit ruft Horn alle Bürgerinnen und Bürger auf, ebenfalls Ideen zu entwickeln und coronaverträgliche Angebote zu machen - für ganz Freiburg oder auch nur auf Stadtteilebene. Das neue Motto, dass die Stadtverwaltung fürs Jubiläumsjahr ausgibt, heißt "Freiburg hält zusammen". Deshalb ist neben Kultur- und Bildungsangeboten auch eine zentrale Plattform für Nachbarschaftsnetzwerke geplant. Bis diese läuft, werden alle Hilfsangebote zunächst auf der Homepage des Stadtjubiläums gebündelt.

Wer etwas für Kinder und Jugendliche auf die Beine stellen möchte, kann sogar auf finanzielle Unterstützung setzen. Die Matthias-Ginter-Stiftung, die der ehemalige SC-Profi Matthias Ginter und seine Frau Christina Raphaella Ginter ins Leben gerufen haben, habe zugesichert, so berichtet Martin Horn, einen "nennenswerten Grundstock" zur Verfügung zu stellen, um Projekte zu fördern.

Finanzielle Folgen werden die Umplanungen fürs Jubiläumsjahr auch bei der Stadt Freiburg haben. Es sei definitiv mit Mehrkosten zu rechnen, sagt Horn, wenngleich diese noch nicht beziffert werden könnten. Zudem benötigt die Stadtverwaltung für die Jubiläumsveranstaltungen noch Spenden. Dies werde, so Horn, durch die finanziellen Engpässe in der Wirtschaft aufgrund der Coronakrise sicherlich nicht leichter werden.
Weitere Informationen im Internet unter 2020.freiburg.de. Für Corona-Hilfsangebote gibt es zudem eine zentrale Anlaufstelle (Tel. 0761/2013051, Email: wirhelfen@stadt.freiburg.de)

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