Morpheus, der Killer

Carolin Buchheim

"Hallo Hund!", sagt eine Passantin zu dem schon angegrauten kleinen Hund, der am Samstagnachmittag an ein Ladenschild in der Gartenstraße angebunden ist und streckt eine Hand in Richtung Hundefell. "Knurrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr", antwortet der Hund. "Das ist Morpheus", sagt das Herrchen. "Lieber nicht anfassen!" Morpheus kläfft bestätigend und trippelt auf dünnen Beinchen drohend herum.



Morpheus: ein großer Name für einen kleinen Hund. Immerhin scheint das Ego des Zwerpinscher-Mischlings, der mit seinen geschätzten 20 Jahren schon im Hunde-Greisenalter ist, für diesen Namen groß genug zu sein.

"Auf Frauen ist Morpheus grundsätzlich nicht so gut zu sprechen", erklärt sein  Herrchen Harry Morpheus Knurr- und Bellverhalten. "Ich habe ihn vor einigen Jahren von einer Freundin übernommen, weil Morpheus sich nicht so gut mit ihren anderen beiden Hunden vertragen hat. Das hat er nicht verziehen, seitdem mag er keine Frauen mehr."

Morpheus und Harry mögen sich allerdings sehr. "Wir passen gut zusammen", sagt er. "Er hat den Charakter von mir, und ist, wohl in einem französischen Tierheim, auch tätowiert worden. Morpheus ist ein Killer-Hund - und mein bester Freund."

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