Kleinststadtgeheimtipps: Schönau

Teresa Quast, David Weigend & Philipp von Ditfurth

Schönau, Stadt der Raben, hat weitaus mehr zu bieten als den Ruf der Stromrebellion. Zum Beispiel den Sternenclub, einen ABBA-liebenden Bürgermeister und eine Kirche, die angeblich in Neustadt stehen sollte. Im folgenden erfährt man auch, warum die Kiefers in Schönau eine Rolle spielen.



Schönau im Schwarzwald

gibt es seit: 1113 (erste urkundliche Erwähnung)

Einwohner: 2470

Herkunft des Namens: ein Blick von den umliegenden Schwarzwaldhügeln in die Aue erklärt sie. Eine Aue ist übrigens eine von wechselndem Hoch- und Niedrigwasser geprägte Niederung an Bächen und Flüssen. In diesem Fall ist der Fluss die Wiese, die bei Basel in den Rhein mündet.

Spitzname der Schönauer: Raben. Als Schönau Amtsstadt wurde und viele schwarze Roben das Ortsbild prägten, bezeichneten die Bewohner der umliegenden Gemeinden die Schönauer als Raben.

Ortsgerücht: Die katholische Kirche Maria Himmelfahrt war angeblich nicht für Schönau, sondern für Neustadt geplant gewesen. Durch das versehentliche Vertauschen der Baupläne wurde die größere Kirche in Schönau gebaut. Wenn man direkt davor steht, drängt sich im Vergleich zum übrigen Stadtkern schon eine gewisse Überproportionalität auf.

Besonderheit: Schönau hat trotz der vergleichsweise geringen Stadtgröße ein eigenes Gymnasium. Der Abitursjahrgang 2003 zählte 36 Absolventen.

Das hört der Bürgermeister: Klassik, moderne Blasmusik, ABBA (Bernhard Seger, CDU)

Häufigster Nachname: Kiefer, gefolgt von Lais

Spektakulärster Brand: Vor sechs Jahren brannte der Gasthof Krone völlig nieder. Angeblich hatte sich der Kronenwirt im Dachstuhl erhängt, nachdem er das Feuer gelegt hatte. Der Grund dafür sei ein erbitterter Erbstreit gewesen, so weiß es zumindest der Volksmund.

Panorama: Belchengipfel. An klaren Tagen sieht man die Alpen ganz klar.



Pflichttermin: Rabenfest (erst wieder 2009) und Rosenmontagsumzug

Gastro-Tip: Gasthof Vier Löwen (Web), Hausmannskost auf hohem Niveau

Hier trifft sich die Jugend: An Freitagabenden zieht es die Jugend eher nach Todtnau. Dort trifft man sich in der Pfefferhütte oder im Fuchsbau. Manchmal läuft einem da auch Skispringer Martin Schmitt über den Weg.

Berühmter Sohn: Fußball-Bundestrainer Joachim Löw (geboren am 3. Februar 1960)

Kurioser Verein: der Sternenclub n.e.V. wurde vor 41 Jahren von damals zehn jungen Schönauern gegründet. Die Gründungs- und heute noch aktiven Mitglieder haben sich nach Auskunft des Präsidenten Hans Ulrich Lochar einen Ausspruch von Theodor Heuss zum Leitsatz gemacht: "Wein trinken ist beten, Wein saufen ist Sünde." Wer im Laufe eines Treffens in diesem Sinne sündigte, bekam beispielsweise sechs Sternle und musste drei Mark Strafe zahlen. Die Sternenclubmitglieder mischen oft in der Gemeindepolitik mit und engagieren sich für neue Projekte in der Stadt.

Kicker: Der FC Schönau 08 spielt in der Kreisliga A Hochrhein und ist derzeit Tabellenführer. Wichtigster Torschütze ist momentan Vedath Erdogan (13 Treffer).

Foto Galerie: Philipp von Dithfurth

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.

Mehr dazu:

fudder.de: Kleinststadtgeheimtipps (1) Glottertal