Interview

Freiburger Filmemacher dreht Doku über brasilianischen Widerstand

Jennifer Fuchs

Am Donnerstag läuft im Friedrichsbau die Filmpremiere von "Rhythm & Resistance", dem neuen Dokumentarfilm des Freiburger Regisseurs Marco Keller. Darin geht es um die politische Situation in Brasilien. fudder hat sich vorab mit dem 41-Jährigen unterhalten.

Hallo Marco, um was geht es in deinem neuen Dokumentarfilm "Rhythm & Resistance"?

Marco: Mein neuster Film über Brasilien beschäftigt sich stark mit der angespannten politischen Situation. Er ist der Nachfolgefilm meiner Produktion "Olinda – Heartbeats of Brazil", indem es mehr um den kulturellen Aspekt, wie zum Beispiel die berühmte brasilianische Karneval Tradition ging. In meinem neuen Film "Rhythm & Resistance" wird an den ersten Film angeknüpft, allerdings zeigt er nach und nach mehr von dem aktuellen politischen Aspekt des Landes. Er zeigt Aufnahmen von dramatischen Momenten und zwar vor, während und nach den Wahlen im Jahre 2018. Es geht um den Widerstand von sozialen Gruppen, bestehend auch aus mutigen Frauen, LGBTs und Menschen aus der Afro-Bewegung gegen den rechten Politiker Jair Bolsonaro. Es geht um Forderungen für Menschenrechte, aber auch die Ängste gesellschaftlich benachteiligter Gruppen. Dadurch dass im Herbst 2022 wieder Wahlen in Brasilien anstehen, ist das Thema sehr aktuell.

Trailer zum Film "Rhythm & Resistance":

Wie bist Du dazu gekommen einen Film über Brasilien zu drehen?

Marco: Ich habe bereits eine langjährige Verbindung zu Brasilien und habe schon viele Film- und Fotoprojekte dort produziert. Zudem habe ich an einem Projekt für Menschenrechte und einem Projekt, dass sich gegen die Abholzung der Wälder einsetzt, mitgearbeitet. Durch meine vielen Aufenthalte lernte ich die Menschen und das Land immer besser kennen und lieben. So entstand damals die Idee für meinen Dokumentarfilm "Olinda – Heartbeats of Brazil", der sich viel mit dem kulturellen Teil Brasiliens beschäftigt. Eigentlich wollte ich es auch bei diesem Film belassen, aber als dann 2018 die Wahlen anstanden, gab es so viele politische Bewegungen, dass ich mich entschloss noch einen zweiten Film zu produzieren. Es war mir einfach sehr wichtig über dieses Thema zu berichten. So entstand dann mein aktueller Nachfolgefilm "Rhythm & Resistance".

Wie hast Du das Projekt finanziert?

Marco: Der Film wurde durch ein Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert. Allerdings reichte die Förderung bei weitem nicht aus. Die Produktion habe ich noch mit Crowdfunding, Soli-Veranstaltungen und natürlich auch aus eigener Tasche finanziert. Der Film und das Thema ist mir eine persönliche Herzensangelegenheit und somit war es mir sehr wichtig ihn fertig zu produzieren. Die Kosten sind jedoch längst nicht gedeckt.

Hast Du schon neue Projekte in Planung?

Marco: Aktuell bin ich noch sehr mit der Deutschlandkinotour von "Rhythm & Resistance" beschäftigt. Aber ja, ich habe schon eine Idee für ein neues Filmprojekt und zwar habe ich die Freiburger Aktion "Walk for the Planet" filmisch dokumentiert. Ich könnte mir gut vorstellen, aus dem gesammelten Material einen neuen Film zu produzieren. Allerdings hat dieses Projekt noch keine Finanzierung.
Was: Filmpremiere "Rhythm & Resistance"
Wann: Donnerstag, 15. September, 20.15 Uhr
Wo: Friedrichsbau

Rhythm & Resistance: Website