Kunstkonzert

Das Ensemble Scope experimentiert im Kunstverein mit Tanz und Musik

Lisa Discher

Musik, Licht und Tanz gemischt: So hinterfragt das Ensemble Scope mit seinem neuen Projekt "GL;TCH" im Freiburger Kunstverein am Donnerstag und Freitag gesellschaftliche Normen. Ist eine Abweichung im System wirklich eine Störung?

Zusammen mit dem Komponisten Clemens Thomas und der Klangregisseurin Lucia Kilger, leitet Friederike Scheunchen als Dirigentin das neuste Projekt des Freiburger Ensembles Scope: "GL;TCH". Ein geballtes Bündel aus Elektronik, Tanz, zeitgenössischer Musik und Licht erfüllt am 17. und 18. November die alte Schwimmbadhalle des Freiburger Kunstvereins.

Die Künstlergruppe

Das Ensemble Scope besteht aus knapp 20 jungen Künstler:innen, die es sich auf die Fahne geschrieben haben aktuelle und gesellschaftliche Themen auf die Bühne zu bringen. Mit ihrer Kunst wollen sie ein junges, diverses Publikum begeistern. "GL;TCH" heißt der interdisziplinäre Konzertabend, für den eigens neue, klassische Musikstücke komponiert wurden. Zentrale Themen: Normen durchbrechen und Feminismus.

Definitionen und Normen hinterfragen

"Glitch" (Panne, Fehler) sei eigentlich ein Begriff aus dem technischen Bereich, sagt Scheunchen, Dirigentin und Co-Leiterin des Ensembles. Es gehe dabei im Grunde "um eine Störung", aber eine in Anführungszeichen. Die könne manchmal auch lustig oder komisch sein, aber sei eigentlich unbeabsichtigt. "Wir übertragen das Ganze jetzt auf gesellschaftliche Zusammenhänge, indem wir den Begriff der Störung insoweit problematisieren, dass man dem Normalen das Andere entgegensetzt", betont Scheunchen. Die Dirigentin meint vor allem, dass es ihnen nicht reiche das Positive lediglich zu feiern, sondern sie wollten, dass es gar keinen Unterschied mehr zwischen Norm und Abweichung gebe: "Und das ist doch auch gut. Warum muss man überhaupt von einer Abweichung sprechen, wenn es doch so viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt wie Dinge oder Menschen sein können", fügt sie hinzu.

Bei "GL;TCH" kommen durch die Vielzahl der Beteiligten eine Menge an künstlerischen Ideen zusammen. Diese stellen das Ensemble Scope gleichzeitig vor Herausforderungen: Zwischen der Pluralität der Ideen abzuwägen und was am Ende praktisch machbar sei. Über die Fahrten zwischen den Aufführungslocations, bis hin zur thematischen Verknüpfung der Musiker:innen und Tänzerin, sei laut Dirigentin Scheunchen alles dabei. Es sei vor allem eins: stressig, aber auch schön. Scope machen ihre Leidenschaft zum (Neben-) Beruf und das erfolgreich, denn bisher waren immer alle Vorstellungen restlos ausverkauft.
Was: GL;TCH vom Ensemble Scope

Wann: 17. und 18. November 2022
Wo: Kunstverein Freiburg, Dreisamstr. 21, 79098 Freiburg
Preis: Spendenbasis