Konzerthaus Freiburg

Das Abschlusskonzert des Akademischen Orchesters entführt in die Gefühlswelt Mozarts und Brahms

Viola Priss

Kommenden Freitag taucht das Akademische Orchester im Konzerthaus in die Klassik-Welt großer Emotionen ein. Welche das sind, verrät Schlagzeuger Kilian Berger der fudder-Redaktion.

Wie es sich anhört, wenn 90 Studierende die großen Gefühle Brahms und Mozarts vertönen, könnt ihr am Freitag hören. Auch für Kilian Berger war es die geteilte Leidenschaft, die den Physik-und Jurastudenten vor drei Jahren als Schlagzeuger einsteigen ließ. Was das Orchester von anderen unterscheidet, verrät er fudder im Interview.


Was braucht es, um bei euch mitmachen zu können?

Wer mitspielen möchte, muss vorher an einem Vorspiel teilnehmen. Dieses findet immer zu Beginn des Semesters statt. Allerdings ist das immer eine recht lockere Atmosphäre und was man vorspielt, kann man sich selbst aussuchen. Mitbringen sollte man wohl die Begeisterung für die Musik und die Bereitschaft im Semester auch etwas Zeit darin zu investieren.

Was unterscheidet euch von anderen Orchestern?

Das Akademische Orchester ist das offizielle Orchester der Universität Freiburg. Das bedeutet, dass wir von der Uni Freiburg finanziell unterstützt werden und als deren kulturelles Aushängeschild auch zu offiziellen Anlässen spielen, wie etwa der Eröffnung des Akademischen Jahres.
Außerdem sticht das Aka wohl durch sein musikalisches Niveau hervor: Obwohl es sich hauptsächlich aus Laien zusammensetzt, kann man das Niveau getrost als semiprofessionell bezeichnen. Das macht es möglich, auch sehr ambitionierte Programme zu spielen: Im Sommersemester werden wir anlässlich des Beethovenjubiläums in Kooperation mit den Albertkonzerten ein großes Beethovenprogramm unter anderem das Ballett "die Geschöpfe des Prometheus" mit Tänzerinnen und Tänzern aufführen.

Wer entscheidet, was gespielt wird?

Bis ein Semesterprogramm zustande kommt, vergeht einige Zeit: Zuerst werden Vorschläge von allen Orchestermitgliedern gesammelt. Anschließend kommt eine Programmkommission zusammen. Dort werden zunächst mehrere Programme beschlossen. Das macht immer großen Spaß, weil man sich gemeinsam die Stücke anhört und natürlich viel Leidenschaft im Spiel ist, wenn jemand gerne seinen Vorschlag im Semesterprogramm sehen möchte.

Unter den ausgewählten Programmen darf dann noch das gesamte Orchester abstimmen und das "Siegerprogramm" wird gespielt. Das ist natürlich ein ziemlich großer Aufwand. Allerdings legen wir als Orchester großen Wert auf demokratische Strukturen und außerdem macht ein Programm, auf das viele Lust haben, am meisten Spaß.

Warum lohnt sich der Besuch des diesjährigen Semesterabschlusskonzerts besonders?

Das Programm ist ein besonders herausforderndes: Reger ist vor allem eine Herausforderung für das Zusammenwirken des Orchesters. Zwar ist das Thema der Variationen, das von Mozart stammt, ein sehr schlichtes und bekanntes. Im Laufe der Variationen wird die Musik aber komplexer und oft sind Stimmgruppen in sich mehrfach unterteilt, spielen also verschiedene Stimmen. Jeder muss seinen Part sehr gut beherrschen. Dann klingt es aber auch einfach wundervoll!

Bei Brahms liegt die Herausforderung eher im musikalischen Ausdruck. Die vierte Sinfonie ist auch seine letzte und diese vielseitige Gefühlswelt zu übermitteln, sei es unglaubliche Sehnsucht, die Wildheit des Schlusssatzes oder sogar Ironie. Da kommt es wirklich auf Nuancen an.

Und was bedeutet Dir das klassische Musizieren persönlich?

Einerseits ist das Musizieren natürlich ein toller Ausgleich zum Uni-Alltag. Gerade in stressigen Phasen hilft das Musikmachen, den Kopf wieder frei zu bekommen. Außerdem kommt man, anders als vielleicht im Studium, mit Leuten in Kontakt, die etwas völlig anderes studieren als man selbst.
Es bedeutet aber auch, Menschen zu treffen, die die gleiche Leidenschaft teilen. Das verbindet und man probt nicht nur zusammen, sondern verbringt auch sonst Zeit miteinander: Zum Beispiel kochen wir zusammen bei einem Running Dinner, das jedes Semester stattfindet oder besuchen gemeinsam Konzerte. Und wenn einen in den langen Semesterferien die Sehnsucht packt, kann man beim Orchesterstammtisch vorbeischauen.
  • Was: Abschlusskonzert des Akademischen Orchesters Freiburg, Variationen Mozart und Brahms
  • Wann: Freitag, 14. Februar 2020, Einlass 20 Uhr
  • Wo: Konzerthaus Freiburg
  • Wieviel: ab 14,70 Euro