Club der Freunde

Interview

Covid-Patienten an der Uniklinik Freiburg: "Viele Patienten, die sterben, liegen mehrere Wochen bei uns"

Am 21. März 2020 verstarb die erste Freiburgerin an einer Infektion mit Sars-CoV-2. Auf der Intensivstation der Uniklinik ist Oberarzt Johannes Kalbhenn seither immer wieder mit dem Tod von Covid-19-Patienten konfrontiert.

BZ: Wie sieht es derzeit auf den Intensivstationen der Uniklinik Freiburg aus?
Kalbhenn: Wir haben weiterhin Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. Das sind vor allem Menschen, die hier teilweise seit Wochen oder Monaten behandelt werden. Wir haben aber auch viele andere Intensivpatienten, weil während der zweiten Welle viele schwere Operationen verschoben wurden, die nachgeholt werden. Darum sind wir jetzt voll belegt. Was Corona anbelangt, können wir aber zumindest auf den Intensivstationen ein bisschen durchschnaufen.
" Corona betrifft alle Organe und zum Beispiel auch Muskeln."
BZ: Laut dem Gesundheitsamt sind seit März 2020 innerhalb eines Jahres etwas mehr als 300 Menschen in Freiburg und dem angrenzenden Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald an oder mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Viele waren davor in der Klinik. Können Sie uns sagen, was die genaue Todesursache bei Ihren Patienten mehrheitlich war?
Kalbhenn: Corona ist eine Erkrankung, die nicht nur die Lunge betrifft. Corona betrifft alle Organe und zum Beispiel auch Muskeln. Problematisch ist, dass das Virus in Gefäßinnenhäute eindringt und dort eine schwere Entzündung auslöst. Die Lunge enthält viele Gefäße, darum ist sie auch bei diesen Patienten oft geschädigt. Ein typisches Symptom bleibt daher die schwere Lungenentzündung. Es gibt also Patienten mit einer akuten Corona-Infektion, die an Sauerstoffmangel sterben. Das versuchen wir abzuwenden, auch durch den Einsatz von verschiedenen Arten der Sauerstoffgabe bis hin zur Beatmung oder der "künstlichen Lunge", einer sogenannten ECMO.
Johannes Kalbhenn (41) arbeitet an der Uniklinik Freiburg. Er ist geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Er leitet eine Intensivstation, auf der Covid-19-Patienten behandelt werden.
BZ: Welche weiteren Todesursachen konnten Sie feststellen?
Kalbhenn: Viele Patienten versterben gar nicht hochakut, sondern nach Tagen und Wochen der ...

Wenn Du diesen Artikel lesen möchtest, solltest Du Mitglied werden in fudders Club der Freunde. Du unterstützt auf diese Weise jungen Journalismus in Freiburg.


Als Bonus gibt's für Dich exklusive Veranstaltungen und Gewinnspiele und vieles mehr: Elf Gründe, warum wir Dein Geld wert sind >>

Bist Du schon Mitglied in fudders Club der Freunde? Bitte einloggen >>