Interview

5 Fragen an… Sergio Schmidt zu seinem Abschied als Moderator des Slam 46

Jannik Grimmbacher

Nach zwei Jahren als Moderator des Poetry-Slams in der Passage 46, die nun Theater Bar heißt, wird Sergio Schmidt am Dienstag ein letztes Mal durch den Abend führen. Wir wollten von ihm wissen, warum er aufhört und wie er auf die Veranstaltung zurückblickt.

Sergio, wenn Du an die vergangenen zwei Jahre beim Slam 46 denkst, was hast Du an deiner Aufgabe am meisten geschätzt?

Das Großartige an der Moderation ist natürlich, dass sie viel spontaner funktioniert als selbst zu slammen. Statt sich stundenlang darauf vorzubereiten, kommt dabei viel mehr aus der Interaktion mit Slammerinnen und Slammern und Publikum.

Was hättest Du dir anders gewünscht?

Vermutlich hätte ich mir gewünscht, dass die Texte experimenteller sind. Ich hatte das Gefühl, dass im Laufe der Zeit alles eher normierter geschrieben wird. Am liebsten ist mir eigentlich ein Püree aus verschiedenen Stilen.

Warum hörst Du mit der Moderation auf?

Also zum einen habe ich nach zwei Jahren schon über 200 Slamtexte gehört. Es gibt vielleicht Leute, die enthusiastischer mit umgehen, aber für mich ist das schon eine ordentliche Zahl. Zum anderen bin ich natürlich noch an anderen Projekten dran, denen ich mehr Zeit widmen möchte. In der Slam-Szene werde ich vielleicht noch ab und zu als Vertretung der Moderation oder mit dem ein oder anderen eigenen Text unterwegs sein.

Ab sofort wird Ansgar Hufnagel den Abend moderieren. Kennt ihr Euch und wie wird das den Slam 46 verändern?

Ansgar hat schon vor einem halben Jahr das Booking übernommen. Das war natürlich eine große Entlastung und durch seine Tour-Erfahrung konnten wir das Programm auch bunter zusammenstellen. Rückblickend kann man aber schon auch sagen, dass ich damit begonnen habe, das Projekt aus der Hand zu geben. Unter Ansgar sind jetzt erstmal keine großen Veränderungen geplant. Es wird allerdings keinen Schnaps mehr für den Gewinner oder die Gewinnerin geben. Ich würde mich zwar nicht als Lustfeind bezeichnen, aber mir war schon auch bewusst, dass das nicht für jeden der ideale Preis ist.

Wie wird dein letzter Abend beim Slam 46 aussehen?

Das Booking habe ich dieses Mal wieder komplett selbst übernommen. Normalerweise legen wir großen Wert darauf, eine offene Bühne auch für uns unbekannte Slammerinnen und Slammer zu gestalten. Dieses Mal habe ich mir als Abschiedsfest quasi meine eigene Auswahl zusammengeschustert aus Leuten, die ich persönlich kenne oder deren Texte ich sehr feiere.
  • Was: Slam 46 – Bye Sergio, Hallo Ansgar!
  • Wann: Dienstag, 21. Januar, 20.15 Uhr
  • Wo: Theater Bar