Interview

Zwei Hunde aus Breisach haben fast so viele Twitter-Fans wie Mario Barth

Florian Kech

Ernie und Berti sind wahrscheinlich die berühmtesten Hunde Südbadens. 133 000 Follower zählt ihre Twitter-Fangemeinde. Was ist das Erfolgsrezept? Ein Interview mit dem Herrchen.

Wie kamen Sie auf die Idee, Ihre beiden Hunde auf Twitter anzumelden?

Gianfranco Maffucci-Mauch: Ich betrieb bereits einen kleinen Twitter-Kanal mit 4000 Followern. Außerdem schießt meine Frau für ihr Leben gern Tierfotos. Also bat ich sie um ihre Bilder. Mittlerweile beinhaltet meine Jukebox 2500 Bilder.


Wie viel Zeit verbringen Sie täglich mit Twittern?

Maffucci-Mauch: An ganz normalen Arbeitstagen nicht mehr als eine halbe Stunde. Die meisten meiner 160 Tweets pro Tag werden automatisch gesendet. Damit erreiche ich täglich mehr als 500 000 Menschen. Im Monat komme ich auf 15 Millionen Abrufe.

Gab es einen bestimmten Moment, in dem Ihre Zahlen durch die Decke gingen?

Maffucci-Mauch: Nein, das Wachstum war kontinuierlich. Zu Beginn noch rasanter, da hat sich meine Fangemeinde alle drei Monate verdoppelt. Inzwischen wächst der K anal um rund 5000 Follower pro Monat (Twitter: Berti and Ernie).

Haben Sie eine Erklärung für Ihren Erfolg?

Maffucci-Mauch: Ich tweete einfach lustige, positive Bilder, niemals etwas Erschreckendes oder Beunruhigendes. Fans schreiben mir immer wieder, wie toll sie es finden, dass es auch in dunklen Zeiten einen Ort gibt, wo nur erfreuliche Meldungen erscheinen.

Haben Sie einen Rat für andere Herrchen oder Frauchen mit einer Vorliebe für soziale Medien?

Maffucci-Mauch: Das Wichtigste ist Kontinuität. Ich lade täglich neue Fotos hoch und betreibe Account-Management. Es kommt nicht nur darauf an, möglichst vielen zu folgen, sondern auch den Richtigen. Außerdem gehört es auch dazu, inaktive, spammende oder nicht zurückfolgende Accounts zu entfolgen. Wenn man zu vielen Leuten folgt, die einem nicht zurückfolgen, bremst das das Wachstum. Altes Twitter-Gesetz.

"Eine Million – da will ich hin." Twitter-Herrchen Maffucci-Mauch

Weshalb twittern Sie eigentlich fast ausschließlich auf Englisch?

Maffucci-Mauch: Meinen Kanal habe ich gezielt international angelegt. Viele meiner Follower kommen aus Großbritannien und den USA. In Deutschland hat Twitter leider noch nicht diesen großen Stellenwert.

In den USA verdienen sogenannte Petfluencer, also Herrchen, die mit ihrem Haustier für Firmen Reklame machen, ein Vermögen. Welche Geschäftspläne schmieden Sie mit Ernie und Berti?

Maffucci-Mauch: Als ich auf Twitter die 100 000er-Marke geknackt hatte, rief ich tatsächlich bei einer Agentur in New York an. Leider ohne Erfolg, weil sie einen Instagram-Influencer suchten. Es gibt in den USA viele Plattformen, wo man sich mit seinem Haustier registrieren kann. Aber der Markt ist stark auf Instagram und Facebook ausgerichtet. Wer weiß, vielleicht habe ich mich vor zwei Jahren doch für den falschen Kanal entschieden. Aber der Vorteil von Twitter ist halt: Man kann vieles automatisieren, spart dadurch Zeit und man kann besser Livestreams integrieren als bei Instagram.

Wie viele Menschen wollen Sie mit Ihren Hunden noch erreichen?

Maffucci-Mauch: Eine Million – da will ich hin. Natürlich würde ich eines Tages auch gern von dem Hobby leben können. Momentan verdiene ich aber noch keinen Cent.

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