Zois Lasalles selbstherrlicher Sommer-Soundtrack "Sommer"

Manuel Lorenz

Der meistgehasste Rapper Freiburgs ist zurück: Zois Lasalle, 21, seit einem Jahr in Frankfurt, hat ein neues Album online gestellt. Worum es darin geht? Natürlich um ihn. Aber auch um anderes.



Er ist "back mit neuen Tracks", mit "Monsterflows" - heißt es gleich zu Anfang auf Zois Lasalles neuen Online-Album "Sommer". Der Zuhörer soll knien "für den King", und sich so ficken "wie Z es tut".


Zois Lasalle bleibt sich treu. Seit zwei Jahren versucht er, die (Freiburger) Hiphop-Szene zu provozieren, disst sich durchs Leben und ist auf der Suche nach Beef. 2011 sagte er in einem fudder-Porträt: "Die Freiburger Rapper sind verschlossen, zurückgeblieben und nicht innovativ. Ich versuche eher, mich von ihnen abzuheben, als mich mit ihnen gemein zu machen."

An dieser Einstellung hat sich bis heute nichts geändert. Seit einem Jahr lebt er in Frankfurt; in einer E-Mail schrieb er uns vor Kurzem:

Als ich mir neulich mal so die letzten Releases im Bereich Hiphop/Rap, über die ihr geschrieben habt, angeschaut habe, fiel mir auf, dass das alles doch arg bloß regionalen Ansprüchen genügt. Ich sehe keinerlei Vielfalt oder Innovation. Leider nicht einmal etwas mit dem Potential, auch über Freiburg hinaus Menschen ansprechen und begeistern zu können.

Und seine Musik? Auch da ist vieles beim Alten geblieben, manches hat sich aber verändert. Zois Lasalle flowt gewohnt flüssig über Beats mit Ami-Appeal, aber sein Storytelling ist ein bisschen stringenter geworden und sein Themenportfolio ein bisschen größer: Er gibt sich nachdenklich ("Adern der Welt") und melancholisch ("Letzte Sommernacht"), verprasst seine Kohle roadtrippend ("Rückspiegel"), findet vor allem sich selbst geil ("Dolby Digital", "Louis XIV") und reißt ein Mädel nach dem anderen auf ("Casanova").

Fazit: Bei Zois Lasalles Album "Sommer" ist nomen gleich omen. Die Zehn Tracks eignen sich hervorragend dazu, einen Baggersee-Abend, eine Beachvolleyball-Session oder eine Garten-Grillparty zu beschallen.

 

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