Zimmer zum Papstbesuch: Zimmerbörse des Erzbistums und der FWTM

Till Neumann

Wer in Freiburg zum Papstbesuch etwas Nächstenliebe zeigen willl, kann sein Zimmer ab jetzt auf der Privatzimmerbörse des Erzbistum Freiburg und der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) anbieten. Niedrige Preise sind ausdrücklich gewünscht.

Das Erzbistum Freiburg und die FWTM haben am heutigen Dienstag eine Zimmerbörse gestartet. Wer eine Wohnung, ein Zimmer oder einen sonstigen Schlafplatz zur Verfügung hat, kann sein Angebot auf der Internetseite Papst in Deutschland eintragen. Unterkunftsuchende können diese Einträge abrufen und bei Interesse den Anbieter kontaktieren. Auf der Privatzimmerbörse sollen Schlafplätze in Freiburg, aber auch in der Umgebung angeboten werden.


Zum Papstbesuch in Freiburg am 24. und 25. September 2011 werden rund 100.000 Menschen erwartet. Laut Robert Eberle, Pressesprecher des Erzbistums Freiburg, ist die Zahl derer, die nach Freiburg kommen wollen, aber kein für sie bezahlbares Zimmer finden, in den letzten Wochen deutlich gestiegen (siehe auch BZ-Artikel zu Papst Freiburg Zimmer).

FWTM-Geschäftsführer Peter Dallmann und der Papstkoordinator des Erzdiözese Freiburg Dr. Peter Birkhofer betonen in einer Meldung des Erzbistums Freiburg, dass „faire“ beziehungsweise „moderate“ Mietpreise verlangt werden sollen. Birkhofer appelliert an die „Gastfreundschaft, aber besonders […] die christliche Nächstenliebe“ der Freiburger.

Zur Zeit scheinen einige Anbieter eher an den eigenen Geldbeutel zu denken, als an Nächstenliebe. Im Internet kursieren Angebote mit abenteuerlichen Mietpreisen. Auf ebay verlangen zwei Freiburgerinnen 800 Euro für ein Papstwochenende in ihrer 48 Quadratmeter-Wohnung in der Freiburger Innenstadt. Auf der Online-Wohnbörse wg-gesucht.de werden bei einem Angebot für 2 Personen 450 Eurofür das Wochenende in einem 13-Quadratmeterzimmer in Herdern gefordert. Ein anderer möchte für 4 Personen und 2 Nächte 950 Euro für eine Wohnung in Ebnet. Und auch auf schnapp.de, dem Kleinanzeigenmarkt der Badischen Zeitung, werden teils hohe Preis verlangt. Ein Anbieter möchte 100 Euro pro Person und Nacht für eine Wohnung in „ruhiger Zentrallage“.

Robert Eberle zitiert dazu die Bibel: "Um Geldes Willen haben schon viele gesündigt." Die Hochpreis-Angebote seien kein neues Phänomen. Er glaubt, dass die Zimmerbörse dazu beitragen wird, "dass nette Leute bei netten Leuten Gastfreundschaft erfahren können".

Wenige Stunden nach Start der Privatzimmerbörse sind bereits einigeAnnoncen auf Papst in Deutschlandabrufbar. Manche vermieten dort Zimmer ab 30 Euro pro Person und Nacht. Ein anderer möchte 450 Euro für zwei Tage in seinem zentral gelegenen 28 Quadratmeter Zimmer. Nächstenliebe? Fehlanzeige!

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