Yps: Urzeitkrebse fürs iPhone

Alexander Ochs

Ups, Yps ist wieder da! Vom Magazin mit beigelegtem Gimmick zur App: Über die digitale Wiederauferstehung einer Kultmarke aus den 70ern und 80ern erfahrt ihr nun alles Wissenswerte.



Schwupps, kurz über Facebook angekündigt – und auf einmal ist Yps wieder da. Yps? Die Kultmarke aus den 1970er Jahren. Ein Comic-Heft mit beigelegtem Gimmick. Es reicht unter Nostalgikern schon aus, ein bisschen Begriffsdropping zu betreiben, und schon ersteht ein gut Teil der Kindheit wieder auf. Urzeitkrebse, Lügendetektor, Abenteuerzelt, Fingerabdruck-Pulver...


Nun kommt Yps 2.0 auf uns zu: als App für iPhone und iPod Touch. Am 1. Dezember haben die Urzeitkrebse ihre digitale Wiederauferstehung gefeiert. Am 22. Dezember folgt die Fingerfalle und am 19. Januar dann der Lügendetektor. Die Spiele stammen allesamt vom Berliner Games-Hersteller Lbxgames und werden für 2,99 Euro angeboten.

Dass ausgerechnet die Urzeitkrebse reaktiviert werden, verwundert nicht, wurden sie doch als Gimmick 20 Mal abgefeiert – was ihnen den unangefochtenen Spitzenplatz in der Gimmick-Rangliste sichert. Auch wenn die urigen Viecher damals nach einer Woche verreckt sind...



In der digitalen Yps-Ära mit dabei sind auch einige „Überlebende“ aus dem alten Print-Zeitalter, wie zum Beispiel das grün-blau karierte Känguru. Vom analogen Old-School-Bastelspaß (aus dem Gruner+Jahr-Verlag) setzt die mittlerweile bei Ehapa gelandete Kultmarke nun zum Sprung an ins Digitalzeitalter. Mal sehen, ob’s gelingt. Zeit für ein Comeback gibt es ja immer wieder...

...wie die Geschichte des Magazins zeigt. 1975 gestartet, entwickelte sich das wöchentlich erscheinende Heft mit den bunten Plastik-Heftbeilegern zu einem der beliebtesten und auflagenstärksten Comic-Magazine der 70er und 80er Jahre.

In seinen besten Zeiten hatte Yps eine halbe Million Leser. Das Pflichtblatt für alle Präpubertierenden kaufte man damals zeitgemäß am Kiosk. Selbst die Fantastischen Vier setzten dem Heftchen 1992 ein klitzekleines Denkmal, indem sie ihm eine Zeile in Individuell aber schnell spendierten: „Bei Smudo war in diesem Alter Yps mit Gimmick aktuell.“

Kurz vor seinem 25-jährigem Jubiläum wurde das Heft im Jahr 2000 nach über 1250 Ausgaben allerdings eingestellt, die Verkaufszahlen haben nicht mehr gestimmt. Ein erster Print-Wiederbelebungsversuch Anfang 2006 blieb erfolg- und folgenlos: Nach drei Testausgaben ließ man Yps gleich wieder in der Schublade verschwinden.

Mal sehen, wie lange sich die possierlichen Urzeitkrebse diesmal halten. Und nächstes Jahr sollen dann Fix und Foxi aus der Mottenkiste geholt werden..

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