Wunderkerzen vor Weihnachten: Muss der SC jetzt eine Strafe zahlen?

Alexandra Röderer & Joachim Röderer

Es war eine schöne Geste kurz vor Weihnachten – und könnte für den SC Freiburg Konsequenzen haben: Beim letzten Heimspiel brannten Fans Wunderkerzen ab. Die stuft der DFB als Pyrotechnik ein.



Sternchenfeuer beim Spielstand von 1:0: Fans des SC Freiburg auf Nord und ein kleiner versprengter Haufen auf der Haupttribüne greifen zu Feuerzeug und Wunderkerze und brennen ein kleines Feuerwerk ab. Es ist der Moment, in dem der Sieg für den Sportclub greifbar nah ist; bevor Marc-Oliver Kempf zum 2:0 trifft und noch vor Minute 83, als Hannover 96 den Anschlusstreffer und kurz darauf den Ausgleich erzielt. Eine wunderschöne Geste der Fans kurz vor Weihnachten. Eine Geste, die Konsequenzen haben könnte.


Wunderkerzen werden vom DFB als Pyrotechnik eingestuft. Sie können bei Missbrauch zur Gefährdung von Zuschauern und Offiziellen führen, heißt es. Erst am 11. Dezember musste der 1. FC Kaiserslautern 5000 Euro Strafe zahlen. Der Grund: Fans hatten im November in den FCK-Blöcken mehrfach Wunderkerzen abgebrannt. Allerdings kam die Strafe auch deshalb zustande, weil in einem anderen Spiel ein Fan über einen Zaun geklettert und aufs Spielfeld gerannt war. Dynamo Dresden erwischte es im Februar 2014, nachdem Fans Wunderkerzen entzündet und Pyros abgefackelt und aufs Spielfeld geworfen hatten. Worauf sich der Anpfiff verzögerte. Insgesamt waren 15.000 Euro fällig.

Ob dem SC Freiburg allerdings tatsächlich eine Geldstrafe droht, ist fraglich. Zumal sowohl bei Dresden als auch bei Kaiserslautern weitere Delikte hinzukamen. Das zeigt auch ein Beispiel aus dem hohen Norden: Im vergangenen Jahr hatten Fans von St. Pauli mehrfach Wunderkerzen angezündet, der Verein wurde unter Beobachtung gestellt. St. Pauli bat seine Anhänger daraufhin auf das Abbrennen des kleinen Sternchenfeuerwerks zu verzichten, da die Gefahr bestehe, dass Fahnen oder Ähnliches in Flammen aufgehen könnten. Auch ist nicht bekannt, dass der SC Freiburg schon einmal wegen der Pyrotechnik im Kleinen eine Strafe zahlen musste.

Legendär ist jedenfalls der Moment 1993, das Spiel gegen Borussia Dortmund vor heimischem Publikum: Gut 20.000 Wunderkerzen flammten da mit einem Mal auf. Für Ralf Kohl, den Kanzler, der als Spieler auf dem Rasen stand, war dies die denkwürdigste aller Fan-Aktionen, wie er einmal sagte: "Zehn Minuten vor Schluss stand es 4:1 für uns. Wir haben fast nur noch auf die Zuschauer geschaut, irgendwann brannten 20.000 Wunderkerzen im Stadion."

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[Foto: dpa]