Wochenend-Kurzfilm: Whole

Nicole Schneider

Trennungen tun weh. Manchmal hinterlassen sie ein großes Loch. Bei der Protagonistin Mira in unserem Kurzfilm der Woche ist das genau so passiert. In dem Film sucht sie in übernatürlichen Welten nach ihrem Krafttier:



Mira ist eine Animationsfigur. Sie ist weiß und hat einen glatten, kastenförmigen Körper. Darin klafft ein großes Loch. Der dänische Filmemacher William Reynish hat sich bei seiner Abschlussarbeit "Whole" der dänischen Filmhochschule mit dem Phantomschmerz nach einer Trennung beschäftigt. Nach einer Trennung hat man oft das Gefühl als fehle nicht nur der Partner sondern mit ihm ein Teil des Körpers. Bei der Protagonistin seines Kurzfilm hat er das wörtlich genommen.


Weil Mira wegen der Trennung von ihrem Freund Michael totunglücklich ist, versucht Miras Freundin Ingeborg, sie mit einer Party aufzuheitern. Mira trifft jedoch auf einen Schamanen, der sie auf die Suche nach ihrem Krafttier schickt. Mira springt durch ein Loch im Boden und landet in einer Fantasiewelt.

Der animierte Kurzfilm dauert rund zwölf Minuten und begleitet Mira auf der bizarren Suche nach ihrem Krafttier. Was genau dieses darstellt, bleibt der Fantasie und Interpretation des Zuschauers überlassen. Die Animationen und Soundeffekte sind auf hohem Niveau und schön anzusehen. Ein Jahr hat Reynish an dem Film gearbeitet und mehrfach die Story geändert. So wollte er erst einen Film über das halluzinogene Getränk Ayahuasca machen, hat sich dann für das Thema Trennung entschieden, da es ein breiteres Publikum anspricht. Viele Motive aus seiner ursprünglichen Idee hat er wahrscheinlich trotzdem in den Film eingebaut.

Whole

Quelle: Vimeo


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