Wochenend-Kurzfilm (64): 10 Minutes

Nina Braun

Unser heutiger Wochenendkurzfilm beginnt harmlos und endet beklemmend: Nicht einmal 10 Minuten hat der bosnische Regisseur Ahmed Imamovic gebraucht, um den Schrecken des Krieges in Sarajevo in bewegende Bilder zu packen. Der Film gewann 2002 den europäischen Kurzfilmwettbewerb.



Die Handlung spielt an zwei Schauplätzen, Rom und Sarajevo – in zwei Ländern also, die geographisch gar nicht mal so weit voneinander entfernt liegen und dennoch zwei Welten repräsentieren. Die Gegenüberstellung von Rahmenhandlung (Italien) und Hauptteil (Bosnien) soll vor allem eines zeigen: Während 10 Minuten im Leben des einen Menschen nichts bedeuten mögen, entscheiden sie in dem des anderen alles.


Besonders die Kameraführung im Mittelstück macht den Film nicht nur inhaltlich, sondern auch filmtechnisch zum Erlebnis. Hier ohne Schnitt gedreht, zeigt er auf den Spuren seines kleinen Protagonisten das bedrückende Nebeneinander von Spiel und Ernst, Normalität und Krieg, und verzichtet dabei auf überflüssigen Pathos oder moralischen Missionarismus.

Wer sich vom ernsten Thema nicht abschrecken lässt, den erwartet einer der Filme, wo viele Details erst beim zweiten Blick auffallen.

Mehr dazu:

imdb: 10 Minutes

Ahmed Imamovic - 10 Minutes

(Quelle: YouTube)