Wo rockt's? Das Wochenend-Konzert-Dilemma-Special

Carolin Buchheim & Frank Lachmann

Und wieder einmal ist im Einzugsgebiet dieser unseren gar nicht so verschlafenen Stadt das Angebot an tollen Wochenend-Konzerten so groß, dass man gar nicht weiß wohin. Für alle, die nicht nach Straßburg zum Artefact-Festival fahren, hier der Überblick über das Überangebot. Mit Verlosungen!



Die Entscheidung, ob ihr nun zu The Michelles, dem Navel-Album-Release-Gig, Johnossi, Old Seed, Sit down and Sing IV oder den Legendary Pink Dots geht, können wir Euch nicht abnehmen. Aber vielleicht helfen da aber unsere Ticket- und 7''-Verlosungen.


The Michelles im Swamp



Vor knapp einem Jahr war die US-UK-Schweden-Band The Michelles bereits in Freiburg: Als Support angekündigt waren sie schließlich zusammen mit Chikinki-Gitarrist Ed im Ersatz-Einsatz für die akut erschöpften Herren von Chikinki.

Für ihre gutgelaunte Indie-Irgendwas-Musik mit Gitarren und reichtlich Attitude klauben die jungen Herren, die sich kürzlich für das Mädchen-Pornoheft Jungsheft erigierten, ihre Einflüsse wild aus der Musikgeschichte zusammen. Sie selbst nennen die Beatles, Weezer, Radiohead und die Strokes als Inspirationen, und das hört man auch schon so. Außer mit Chikinki waren die Teilzeit-Berliner auch schon mit The Pipettes oder The Rifles auf der Bühne.

Verlosung

fudder verlost zwei Mal zwei Tickets für The Michelles im Swamp. Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt einfach eine E-Mail mit Eurem Namen und der Betreffzeile The Michelles an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Freitag, 18. April 2008, 12 Uhr. Die Gewinner werden nach dem Ende der Verlosung per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

The Michelles:
Website& MySpace


Wer:
The Michelles
Wann: Samstag, 19. April 2008, 21 Uhr
Wo: Swamp, Freiburg
Eintritt: 8 Euro

Navel Album Debut-Show in der Kaserne



Jetzt ist sie da, die erste Platte der Grunge-Wunderkinder von Navel aus der Basler Provinz: Frozen Souls.

Seit eineinhalb Jahren arbeitete die Band mit der Unterstützung des Berliner Labels Louisville an ihrem Debut, veröffentlichte eine limitierte Vinyl-Single und spielte sich bei Gigs die jungen Finger wund. Neben fleißigen Solo-Gigs, auch hier in Freiburg im Z, konnten sich Jari, Eve und Steve auch Shows mit Sonic Youth, Wolfmother, Eagles of Death Metal, The Fratellis, Turbonegro und eine Tour mit den Queens of the Stone Age aufs Bandkonto buchen, die für die Attitüde der Band groß genug waren.

Aber irgendwie fragte man sich als Zuschauer beim zweiten oder dritten oder vierten krachigen Navel-Gig, ob denn da noch mehr kommen würde, oder man das Trio irgendwann in der Viel-Lärm-um-nichts-Schublade würde ablegen müssen. Dass dem zum Glück nicht so ist, ist innerhalb der ersten fünf Minuten klar, nachdem man Frozen Souls in den CD-Player gelegt und die Lautstärke ordentlich raufgedreht hat: Das Album ist, ganz platt gesagt, wirklich toll.

Laut, scheppernd, kreischig und größenwahnsinnig kommt Frozen Souls daher; die 13 Songs sind voller banaler aber trotzdem mitreissender Rhythmen und fieser, riesengroßer Gitarren-Riff-Biester und für Navel-Verhältnisse bei aller Schreierei erstaunlich differenziert.

Navel werden mit diesem wunderbaren, irritierenden Debut-Album fern aller Trends entweder nun endlich das nächste große Ding, für das alle sie schon seit eineinhalb Jahren halten und läuten den Start des Grunge-Blues-Rock oder Sonstwas-Revivals ein, oder werden scheitern. Aber selbst, wenn unfairerweise Letzteres passieren sollte: Grandioser ginge das kaum.

Beim Heimspiel in der Kaserne zum Album-Release sind Houston Swing Engine aus Lausanne und die Labelkolleginnen von Jolly Goods mit von der Partie.

Verlosung

fudder verlost zwei Mal zwei Tickets für Navel in der Kaserne. Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt einfach eine E-Mail mit Eurem Namen und der Betreffzeile Navel an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Freitag, 18. April 2008, 12 Uhr. Die Gewinner werden nach dem Ende der Verlosung per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Was: Navel - The Album Debut Show
Wann: Samstag, 19. April 2008, 21 Uhr
Wo: Kaserne, Basel
Eintritt: 16 CHF

Johnossi im Jazzhaus



John + Ossi = JOHNOSSI. Denn "JOHNOSSI ist das, was passiert, wenn John und ich gemeinsam Musik machen“ sagt Oscar Bonde, genannt Ossi. Ossi spielt die Drums und John singt und spielt Gitarre. Gitarre-Drum-Duos gibt es mittlerweile viele und schnell ist man da mit Vergleichen á la "die schwedischen White Stripes" dabei.

Das interessiert die Herren Johnossie nicht sonderlich."The fact that we are a duo doesn't really play a big part in our music – or it is not something we dwell on – and it never restricts us musically", schreiben Johnossi auf ihrer MySpace-Seite. "We focus on writing brilliant songs and maintaining the magic chemistry between us that is created when we make music together."

Vor knapp zwei Wochen ist ihr zweites Album All we ever wanted erschienen, das ausgelassend und laut rockend daher kommt. "Verdammt noch mal, was ist [..] aus den melodischen Meisterwerken vom Debütalbum geworden?" fragt eine Rezensentin bei laut.deenttäuscht und deklariert die Herren gleich zu Opfern des Zweit-Album-Tods. Dem muß man nicht zustimmen, denn Indie-Disko-Dancefloor und Konzert-Herumspring-kompatibel sind die Songs noch immer. Und viel mehr braucht es manchmal halt auch nicht.

Verlosung

fudder verlost zwei Mal zwei Tickets für Johnossi im Jazzhaus. Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt einfach eine E-Mail mit Eurem Namen und der Betreffzeile Johnossi an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Freitag, 18. April 2008, 12 Uhr. Die Gewinner werden nach dem Ende der Verlosung per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
 
Was: Johnossi (Support: Sibling Sense)
Wann: Samstag, 19. April 2008, 21 Uhr
Wo: Jazzhaus, Freiburg
Eintritt: 15,11 Euro (Vorverkauf), 16 Euro (Abendkasse)
BZ-Tickethotline: 01805.55 66 56 (0,14 Euro/Minute)

Old Seed in der BeatBarButzmann



Eigentlich ist es schon irgendwie ein Heimspiel, wenn Old Seed  nach Freiburg kommen. Diverse Gigs im Rattenspiegel (oh, Rattenspiegel!), im Swamp, im Furioso und sonstwo haben Old Seed bereits gespielt. Und immer gibt es etwas Neues in den makellosen Folk-Songs zu entdecken, wenn Craig Bjerring und Sascha Schmidt zu Gitarre, Akkordeon und Banjo greifen. Wirklich toll.

Old Seed: Website& MySpace

Was:
Old Seed
Wann: Samstag, 19. April 2008, 21 Uhr
Wo: BeatBarButzmann, Eschholzstraße, Freiburg

Gus Black im Spitalkeller



Der Spitalkeller in Offenburg ist eine bezaubernde kleine Location, dessen Programm man von Freiburg aus unbedingt im Blick haben sollte. Anfang März spielte Nina Nastasia dort ein ganz wunderbares Konzert, und jetzt gibt es schon wieder einen guten Grund, den eigentlich gar nicht so weiten Weg nach Offenburg zurückzulegen.

Denn Gus Black, rund um den Release seines fünften Albums Today is not the day vor knapp einem Monat als Support für die Eeels unterwegs, beginnt seine Europatour ausgerechnet im Spitalkeller. Auf dem aktuellen Album hat Black endlich mal die arg klischeeigen Rocknummern weggelassen, die auf den Vorgängeralben zwischen den reduzierten Akustikstücken immer ein bisschen zu doll weh taten. Dann noch schnell die Band ausgetauscht und Musiker von anderen Bands (Eeels, Turin Brakes) geliehen, und alles ist gut. 'Today is not the day' ist ein intimes Singer/Songwriter-Album mit einem Hauch Drama geworden, das durch den zarten weiblichen Background-Gesang von HT Heartache und Constance Baker einen wirklich hübschen Retro-Touch bekommt.

Wer noch nie einen Song von Gus Black gehört hat, aber Damien Rice und José González mag, für den sollte sich der Abendausflug in den Spitalkeller ganz sicher lohnen.


Gus Black: Website& MySpace

Was:
Gus Black (Im Anschluss: Tanzbar)
Wann: Samstag, 19. April 2008, 20:30 Uhr
Wo: Spitalkeller, Offenburg (Website)

Sit down and Sing IV



Zum vierten Mal schickt das Hamburger Plattenlabel Tapete eigene und befreundete Künstler auf Sitzkonzert-Tour: diesmal sind Nicolai Dunger, Rosie Thomas und Josh Ottum zusammen unterwegs und versprechen 2 1/2 Stunden entspannten Musikgenuss im Sitzen.

Rosie Thomas
macht wunderbaren, zarten Kammer-Folk, der perfekt in die intime Atmosphäre von Sit down and Sing passt. Für ihr aktuelles, viertes Album "These Friends of Mine" hat sie wirklich nette Freunde mit ins Studio genommen: unter anderem Sufjan Stevens, Denison Witmer und Damien Jurado.

Einer ihrer Freunde ist auch Josh Ottum, der im vergangenen Mai bereits mit seinem Debut-Album "Like the season" im Klub Kamikaze zu Gast war. Josh macht herrlich schrullige, multi-instrumentale Singer-Songwriter-Musik.

Die Nummer drei von Sit down and Sing Nummer vier ist der Schwede Nicolai Dunger, dessen smoothe Songs eine geradezu cinematische Qualität haben.

Und vielleicht lassen sich auch diese drei, wie ihre Vorgänger, ein schönes Koop-Cover einfallen. Da gab es zum Beispiel von Christian Kjellvander, Dirk Darmstaedter und Lloyd Cole AC/DCs "Rock'n'Roll ain't noise pollution" und die wunderbare Version von Cindy Laupers Time after time von Kristofer Aström, Wolke und Maria Taylor.



Verlosung

fudder verlost zwei Mal zwei Tickets für Sit down and Sing in der Kaserne. Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt einfach eine E-Mail mit Eurem Namen und der Betreffzeile Sit down and sing an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Freitag, 18. April 2008, 12 Uhr. Die Gewinner werden nach dem Ende der Verlosung per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen


Was:
Sit down and Sing
Wann: Sonntag, 20. April 2008, 20 Uhr
Wo: Kaserne, Basel
Eintritt: 25 CHF

The Legendary Pink Dots im Café Atlantik



Kultstatus genießt, was von vergleichsweise kleinen und eingeschworenen Fangemeinden verstanden und geschätzt wird. Nach dieser Definition sind The Legendary Pink Dots mit Sicherheit eine klassische Kult-Band, denn sie haben es im Lauf der letzten knapp 30 Jahre Jahre auf locker über 40 Alben geschafft, sind fast unentwegt auf Tour, einer breiteren Öffentlichkeit wahrscheinlich eher unbekannt und lassen sich noch immer keinem eindeutigen Genre zuordnen – am ehesten vielleicht noch dem experimentellen Rock oder der Richtung Avantgarde/Psychedelic.

Wer noch nie mit der Band in Berührung kam, den wird ein erlebter Live-Auftritt dann auch wahrscheinlich eher irritieren: die Songs sind eher selten aus dem klassischen Strophe-Refrain-Schema gebaut; Sänger Edward Ka-Spel wirkt, als sei er mental gerade irgendwo im Universum, aber auf keinen Fall im Hier und Jetzt; die eigenartige Mischung aus elektronischen Klängen, Saxophon, Theremin und düsterbunter Lightshow und das nicht selten auf Sitzkissen herumlungernd weggetretene Publikum tun ihr übriges zur Stimmung.

Wer sich dann doch mal traut, auf die Songtexte zu achten, wird konfrontiert mit kryptischen Parolen und mystischen Zweideutigkeiten, die eigentlich erstmal dechiffriert werden müssten – die aber dennoch nicht effekhascherisch eingesetzt werden, sondern bei näherer Betrachtung durchaus Sinn ergeben und wie ganz selbstverständlich zu dem Kosmos dazugehören, den die Band in ihrer Außenwirkung entwickelt.

Unter anderem mit Künstlern wie den Dresden Dolls sind die Legendary Pink Dots freundschaftlich verbunden, Bands wie Nurse With Wound oder Coil werden oft mit ihnen in einem Atemzug genannt. Und vielleicht erklärt das einem Außenstehenden ja auch am einfachsten, was ihn am Sonntag im Freiburger Café Atlantik erwartet: ein Einblick in eine ziemlich spezielle und sonderbare musikalische Welt, auf eine Art ähnlich dem Cabaret-Punk der Dresden Dolls, nur dann doch etwas eigensinniger, weniger auf Show und Effekt ausgelegt, aber nicht weniger interessant für halbwegs aufgeschlossene Musikinteressierte. [Frank Lachmann]

Verlosung

fudder verlost fünf Mal ein Ticket für das Konzert sowie drei Exemplare der 7"-Single "Legacy", die das Titelstück je einmal in der Originalversion von 1981 und im 2006er-Mix beinhaltet und auf 500 Stück limitiert zur 2006er-Tournee erhältlich war.

Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt einfach eine E-Mail mit Eurem Namen, Eurer Adresse und der Betreffzeile Legendary Pink Dots an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Freitag, 18. April 2008, 12 Uhr. Die Gewinner werden nach dem Ende der Verlosung per E-Mail benachrichtigt und bekommen ihren Gewinn zugeschickt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

The Legendary Pink Dots: Website& MySpace

Was: The Legendary Pink Dots
Wann: Sonntag, 20. April 2008, 20 Uhr Einlaß, 21 Uhr Beginn
Wo: Café Atlantik
Eintritt: 8 Euro (Vorverkauf), 11 Euro (Abendkasse)

Wer sich am Sonntagabend für Sit Down and Sing, den Tatort oder ganz etwas anderes entscheidet oder noch eine Dosis Legendary Pink Dots braucht, der hat am Montag noch einmal die Gelegenheit, The Legendary Pink Dots im Hirscheneck in Basel zu sehen.

Was:
The Legendary Pink Dots (Support: Gretel)
Wann: Montag, 21. April 2008, 21 Uhr
Wo: Hirscheneck, Basel