Wo rockt's? Chain and the Gang im Slowclub

Matthias Cromm

Ei der Daus! Hoher Besuch im Slow Club: Eine nimmermüde Legende die die Reise von HC hin zu Soul und Blues gemacht hat tritt Mittwochabend in Freiburgs schnuckeligster Indie-Absteige auf: Chain and the Gang. Nichts wie hin: Tanzen zu utopischer Gesellschaftskritik!

Chain and the Gang heisst die aktuelle Band von Ian Svenonius und ist das Ergebnis jahrelanger politischer und musikalischer Entwicklung. Ian Svenonius war von 1988 bis 1992 Kopf von The Nation of Ulysses; neben Fugazi war das eine der bedeutensten Post-Hardcore-Bands aus Washington D. C. - und ebenfalls bei Dischord Records zuhause.


Ihr erstes Album 13-Point Program to Destroy America, das von Ian MacKaye produziert wurde, ist noch wilder D.C. Hardcore mit leichten aber markanten Einflüssen Jazz und Soul: dissonante Trompeteneinlagen, starke politische Anspielungen in den Texten sowie exzessive, selbstzerstörerische Liveshows bei denen sich die Bandmitglieder oft Knochenbrüche und andere schwere Verletzungen zufügen, waren das Markenzeichen der Band - dabei traten The Nation of Ulysses grundsätzlich in Anzügen auf.

Nach dem Ende von The Nation of Ulysses gründet an Ian Svenonius die Band Make Up, die deutlich souligeren Postpunk abliefert. Sie ist das musikalische Bindeglied zu seiner aktuellen Band Chain and The Gang, die in der Tradition von Gospels, Worksongs der Cottenfields und Doo Woops ihre politischen Statements musikalisch umsetzt.

Auf Grundlage einer klassischen Band inklusive Orgel im schleppenden Midtempo, Chören, Groove, Soul & Blues, mit einem Schuss Funk predigt Ian Svenonius seine Theorie der Welt. "Down With Liberty... Up With Chains" heisst das Debutalbum von 2009, dem die Theorie von der Zerstörungskraft der sogenannten Freiheit zugrunde liegt: im Zuge der Freiheit werde die Menscheit mit miesem Essen, grässlicher Architektur, Materialismus, Umweltzerstörung, Gier und verblödendem Fernsehen überschwemmt. Die Message geht einher mit catchy Tanzmusik mit Lo-Fi Spirit, den Fokus stets smart auf die Worte von Mr. Svenonius gerichtet.

Der Charme des angestaubt-swingenden Musikkonzeptes passt so gar nicht und zugleich hervorragend zu Aussage und Gebaren der Musiker. In seiner Entwicklung von D.C. Hardcore zum Detroit Soul ist Ian Svenonius nicht von seinen Überzeugungen abgerückt, gegen Trend und Kritik zu agieren. Das aktuelle Album "Music's Not For Everyone" ist bei K Records erschienen und ist ein Knaller! Ich bin gespannt!

Chain And The Gang - Reparations

Quelle: YouTube
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Mehr dazu:

Was: Chain and the Gang
Wann: Mittwoch, 1. Juni 2011, 20 Uhr
Wo: Slow Club

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