Wo rockt's? Art Brut im Volkshaus

Carolin Buchheim

Vor einem knappen Monat ist mit 'Art Brut vs. Satan' das dritte Album der Band um den Skandier-Spezialisten und Wannabe-Sinatra Eddie Argos erschienen. Darauf pflegt die Band leidenschaftlich das Underdogtum und den Chorgesang. Ob die Band es auch live immer noch 'drauf hat, kann man am Freitag im Volkshaus in Basel überprüfen. fudder verlost zwei Mal zwei Tickets.



Oh, Art Brut.

Vier Jahre ist es her, dass Eddie Argos und seine Bande zuerst die Club- und dann die Festivalbühnen Europas stürmten, und darüber sangen, dass sie eine Band gegründet hatten, Eddie noch immer in seine Jugendliebe Emily Kane verliebt sei, nach Alkoholkonsum schon mal mit erektiler Dysfunktion zu kämpfen hat und man doch nach L.A. ziehen wolle.


Das alles taten Art Brut mit unfaßbarer Energie und vollkommen ironiefreier Ernsthaftigkeit. So uncool, dass sie schon wieder cool waren. Eine Band als verschwitztes Pop-Punk-Gewitter auf rosafarbenen Socken, das dringend zu 'Top of the Pops' wollte.

Diesbezüglich sind Art Brut gescheitert: 'Top of the Pops' wurde im Sommer 2006 eingestellt, und ihr zweites Album wollte dann auch einfach nicht so richtig zünden. Die Tatsache, dass 'It's a bit complicated' auf dem Ableger eines Major-Labels erschien, und dementsprechende Erfolgserwartungen an dieses Album geknüpft wurden, war nur einer von vielen Gründen  Die Band wirkte auf dem - ohnehin immer problematischen Zweitling -  ungewohnt müde und nicht wirklich wie sie selbst, und nach den Konzerten zur Tour machte man sich als Zuschauer - so toll und gewohnt verschwitzt die Shows auch waren - dann doch tatsächlich sorgen um den Lebensstil von Eddie und Co.

Jetzt ist alles anders. Na gut, nicht alles: Eddie erzählt auch auf 'Art Brut vs. Satan' immer noch atemlos Geschichten aus seinem Leben, anstatt zu singen (das kann er wohl auch immer noch nicht), Mikey B steht immer noch hinter den Drums, Freddie Feedback puckert wild an ihrem Bass herum und Ian Catskilkin und Jasper Future  knüppeln dicke Hooklines aus ihren Gitarren 'raus.

Allerdings haben sich die vier Herren plus Dame vom Major-Label verabschiedet, und zum Aufnehmen mit Frank Black, genau, dem Typen von den Pixies, in Klausur begeben. Das hat der Band der Suche nach sich selbst scheinbar geholfen: die neuen Songs haben wieder bewährten Drive und reichlich Hüpf-Potential und in den Texten geht es wieder mal um Lieblingsbands, Alkohol und Sex.

Art Brut verweigern sich auf sympathische Weise beharrlich dem Weiterentwicklungs-Anspruch, den so viele Leute verfehlterweise immer an Bands stellen. Und das ist bei ihnen auch genau richtig: denn mit dieser Band, mit diesen Menschen, kann man vielleicht eben nur eine Art von Musik machen: genau diese, nämlich. Und solange die so viel Spaß macht, gibt es schließlich auch keinen Grund zu Moppern.

Verlosung

fudder verlost zwei mal je zwei Tickets für Art Brut im Volkshaus. Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt eine E-Mail mit Eurem Namen und dem Betreff "Art Brut" an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Mittwoch, 20. April 2009, 14 Uhr. Die Gewinner werden sofort nach dem Ende der Verlosung per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

Mehr dazu:

Was: Art Brut
Wann: Freitag, 22. Mai 2009, 21 Uhr
Wo: Volkshaus, Basel (Website)
Tickets: 30 CHF

Art Brut - Emily Kane (live in Cologne, 2006)

Quelle: YouTube