Wissenschaft für alle: Neues Internetportal der Uni Freiburg

Jan Wittenbrink

Was macht der Professor, wenn er gerade keine Vorlesung hält? Na klar: Er betreibt wissenschaftliche Forschung. Aber was genau erforscht er eigentlich? Zum Beispiel Staubpartikel in der Lunge oder den Einfluss von YouTube auf die englische Sprache. Das zumindest verrät "Surprising Science", ein neues Wissenschaftsportal der Uni Freiburg, das Forschung der Öffentlichkeit näherbringen soll.



Wenn Prof. Dr. Dr. Christian Mair sich YouTube-Videos anschaut, dann geht es ihm nicht um Unterhaltung. Der Inhaber des Freiburger Lehrstuhls für englische Sprachwissenschaft betrachtet das Videoportal im Auftrag der Wissenschaft. Wer mit seinem Video viele Leute erreichen will, der, das hat der Professor entdeckt, greift häufig auf Dialekte und andere Sprachphänomene zurück. So können Dialekte zum Symbol populären Lifestyles werden.


Dass derartige Erkenntnisse viele Menschen interessieren, davon ist Annette K.-Persch überzeugt. Sie betreut das neue Internetportal „Surprising Science“ der Uni Freiburg, das ausgewählte Freiburger Forschungsarbeiten einer breiten Öffentlichkeit präsentieren soll. „Neue wissenschaftliche Erkenntnisse werden meist nur unter den Wissenschaftlern selbst kommuniziert. Und wenn sie doch veröffentlicht werden, dann auf einer Ebene, die für viele Menschen nur schwer verständlich ist.“

„Surprising Science“ soll Forschung in die Öffentlichkeit bringen. Betritt man die Website, springen einem verschiedenfarbige Buttons ins Auge, die etwa einen Rechenschieber, Baumringe oder ein Atomkraft-Logo zeigen. Sie stehen für unterschiedliche Themengebiete, auf denen man sich über die jeweils neusten und interessantesten Forschungsarbeiten informieren kann.

Bisher sind noch nicht allzu viele Beiträge online, nach und nach sollen alle Fachbereiche abgedeckt werden. Bei Twitter ist das Portal bereits aktiv; eine Facebook-Seite soll möglicherweise folgen. "Mit Surprising Science beschreitet die Universität in ihrer Pressearbeit einen völlig neuen Weg", sagt K.-Persch. Alle Beiträge auf dem Portal dürfen von Dritten weiterverwendet werden.

Der Student kann also seinen Professor besser kennenlernen und sich über dessen wissenschaftliche Arbeit informieren. Das Angebot richtet sich aber keineswegs nur an Studenten, sondern auch an Politik, Medien und interessierte Menschen jeden Alters. Auch sind es nicht nur Professoren, die ihre Arbeiten präsentieren: So stellt zum Beispiel eine 24-jährige Studentin die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit vor. Ihr Thema: Jugendsprache im Schüler-VZ.

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