Uniklinik

Wieso Blutspenden an der Uniklinik Freiburg und bundesweit derzeit knapp sind

Lea Messerschmidt

Die Blutspendezentrale der Uni Freiburg meldet einen dramatischen Rückgang der Blutspender seit der Hitzewelle. Laut dem leitenden Arzt der Zentrale ist die Patientenversorgung angespannt.

Nicht nur an der Blutspendezentrale des Universitätsklinikums Freiburg sind mit der Hitzewelle deutlich weniger Blutspender verzeichnet worden, sondern auch bundesweit sind die Spenderzahlen zurück gegangen. Der leitende Arzt der Transfusionsmedizin an der Uniklinik Freiburg Markus Umhau (55) erklärt, was das Problem ist.


Fudder: Was ist das aktuelle Problem mit dem die Universitätsklinik Freiburg zu kämpfen hat?

Umhau: Der Blutspendemangel betrifft nicht nur die Uniklinik Freiburg, sondern bundesweit mangelt es bei den Blutspendediensten an Spenderinnen und Spendern. Wir haben als ersten Ansprechpartner bei Bedarf das Deutsche Rote Kreuz in Baden- Württemberg und Hessen, die uns zum Teil mit Blut beliefern. Da diese viel größere Blutspendedienste haben, verfügen sie normalerweise über mehr Blut als wir mit den Spenden von der Uniklinik. Durch die enorme Hitze der letzen Tage sind bei allen Blutspendediensten die Spender ausgeblieben und gewisse Blutgruppen werden mehr gebraucht als andere. Das ist in erster Linie die Blutgruppe null. Das Erythrozytenkonzentrat von der Gruppe, ist für alle Menschen verträglich, deswegen merken wir einen sehr großen Mangel, weil die Blutgruppe null häufig gebraucht wird. Eine Notfallversorgung können wir schon sicherstellen, aber Routineversorgungen sind zur Zeit kritisch. Jede Anforderung müssen wir mit den jeweiligen Kollegen telefonisch besprechen, um zu prüfen, ob wir tatsächlich soviel Blut für die Patienten brauchen. Wir gucken ob man Operationen, die einen großen Blutverbrauch haben, verschieben könnte.

Warum spenden weniger Menschen Blut bei der Hitze?

Die mögliche Komplikation bei einer Blutspende ist, dass man Kreislaufprobleme bekommt. Es kann dann sein, dass manche Menschen die subjektive Angst haben, dass diese Probleme auf Grund der Hitze auftreten. Wenn wir einen sehr guten Spendentag haben, kommen über 200 Spenderinnen und Spender zur Uniklinik, zur Zeit ist es deutlich weniger. Am 1. Juli konkret gab es unter 50 Spenden. Alles in allem haben wir einen Bedarf von 30.000 Spenden pro Jahr, also so etwa 500 in der Woche.

Warum ist es denn trotzdem so wichtig, dass genügend Spenden eingehen?

Man kann das Blut nur bedingt lagern, höchstens sieben Wochen, aber das brauchen die zuständigen Ärztinnen und Ärzte vorher immer auf. Wir verfügen über eine gewisse Notfallreserve, aber für den normalen Verbrauch reicht diese nicht. Dafür müssen wir den Nachschub sicherstellen, das funktioniert zur Zeit nicht so, wie es nötig wäre. Es gibt einen hohen Bedarf an Blutspenden in mehreren Fällen, zum Beispiel wenn Unfallopfer reinkommen oder Krebspatienten eine Chemo-Therapie benötigen.
Zur Person:

Dr. Markus Umhau (55) ist leitender Arzt der Transfusionsmedizin an der Uniklinik Freiburg.


  • Was: Blutspenden an der Uniklinik Freiburg Wo: Blutspendezentrale, Haus Langerhans
    Hugstetter Straße 5
  • Wann: Mo, Di 8 bis 15 Uhr, Mi, Do 12 bis 19 Uhr, Fr, Sa 8 bis 13 Uhr
  • Telefon: 0761/270 44 444