Schöner essen

Wie war’s beim…Streetfood-Market in Freiburg?

Laura Wolfert

Eine Weltreise für den Magen: Auf dem Messegelände fand am Wochenende der Streetfood-Market statt. 25 Food-Trucks haben internationale Leckereien verkauft.

Der erste Eindruck

Was kann man aus einer Kartoffel in der Küche machen? Alles. Als Beilage dient sie hervorragend als Gratin zu Fleisch, oder als Brägele zu Bibeleskäs. Kinder mögen lieber Kartoffelpuffer, Babys lieber Brei - Chips und Pommes mag jeder gerne.

Wenn man jetzt aber denkt: Das wars an Möglichkeiten, wird man auf dem Streetfood-Market eines Besseren belehrt: Hier knabbern die Besucher an der Spirale – eine im Spiralschneider aufgeschnittene und dann frittierte Kartoffel.

So kann man auch zum gefühlt hundertsten Streetfood-Fest in diesem Sommer gehen und wird immer noch überrascht. Der erste Eindruck täuscht: Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel, Burger ist nicht einfach Fleisch und Brötchen. Es gibt tausende Möglichkeiten. Burger braten ist Kunst – und Streetfood ist im Trend.

Das Publikum

An den Ständen steht der ein oder andere Single. Er will Frustessen. Sein Blick schweift nach links und rechts. "Merkt das jemand, wenn ich mir noch einen Burger hole?", denkt er sich und schleicht ein drittes Mal zum Stand. "Noch einen bitte. Der ist aber nicht für mich, der ist für meine Freundin, die kommt gleich", sagt der Single und verschwindet. Der Burger ist für die Couch am Abend.

Auch Familien bummeln von Stand zu Stand. Der Opa lernt jede Speisekarte auswendig, die Mama quatscht, der Mann ist das Kind. Er verdreht ungeduldig die Augen und sagt: "Wir müssen noch was erledigen. Ich will mein Decker-Bier." Das Baby kleckert derweil das Curly-Eis auf die Jacke. Die Oma hat man bei Stefans Käsekuchen vergessen.

Das Gelände

Überall stehen Trucks, Campingstühle, Bänke. Es rennen Kinder durch die Gegend und schreien. Männer nippen an ihrem Bier, oder wenden das Fleisch auf dem Grill: Erinnert alles irgendwie an einen Campingplatz, aber man fühlt sich wohl.
Der Market ist vor dem Messe-Gebäude und auf dem Parkplatz aufgebaut.

Bierbänke und Liegestühle dienen als Sitzmöglichkeit. Dazu gibt es eine kleine Bühne, auf der den Besuchern eine kleine Show geliefert wird. Sambatänzerinnen schwingen ihre Hüfte, die Eishockeyspieler geben Autogramme und Seifenblasen schweben im Nieselregen durch die Luft.

Die Stimmung

Man riecht den feinen Duft von angerösteten Zwiebeln und der Magen brummt. Regen tropft auf die Stirn, man steht in der langen Schlange und muss warten. Doch der erste Biss in das Essen macht alles wieder gut. Ein "Hmm, ist das lecker" mit vollem Mund macht auch die Standverkäufer glücklich.

Das Angebot

25 Foodtrucks an der Messe Freiburg: Eine kleine Weltreise für den Magen. Von Pastrami-Sandwiches aus Brooklyn zu Burritos aus Mexiko und Maultaschen aus dem Schwabenland. Wie bei der Kartoffelspirale: Man wird immer wieder überrascht – oder haben Sie schon einmal eine Fanta mit Traubengeschmack probiert?

Aufregerle

Oh Regen, hör auf meinen Burger nass zu machen! Der hat nämlich zehn Euro gekostet – teilweise sind die "Zwischenmahlzeiten" ganz ohne Beilage und Getränk doch sehr teuer.

Fazit

Bier, Burger und Burrito. Liebe geht durch den Magen – und Freiburg ist verliebt.

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