Konzertkritik

Wie war's bei ... Tammi Savoy und The Uppertones im Café Atlantik?

Jannis Jäger

Tammi Savoy kümmert sich um alle Fans von Rhythm and Blues und Rockabilly. Zusammen mit den Uppertones sorgte sie dafür, dass man am Montagabend im Café Atlantik eine ganz besondere Erfahrung machen konnte.

Die Band

Tammi Savoy kommt aus St. Paul in Minnesota und mittlerweile hat sie sich einen Namen gemacht. Zusammen mit Chris Casello zelebriert sie einen klassischen Jazz- und Rockabilly-Stil und bekommt dafür auch die gebührende Anerkennung: Sowohl sie als auch die Chris Casello Combo sind Träger des Ameripolitan Music Award. Mit ihrer Stimme führt sie den Zuhörer von den tiefsten Tiefen bis hinauf in luftige Höhen und macht die Musik damit zu einem sehr intensiven Erlebnis. Das Trio The Uppertones aus Turin bringt dazu noch eine Mischung aus Rhythm and Blues und Oldschool Jamaica-Boogie auf die Bühne. All diese Musiker sorgen dafür, dass im Café Atlantik der Coolness-Faktor durch die Decke geht.

Das Publikum

Es ist recht voll. Das Publikum ist nicht das, das man standardmäßig im Atlantik erwartet. Viele haben sich schick gemacht. Man sieht Abendkleider, Jacketts und weiße Hemden. Aber auch einige Rockabillies. Karohemden, irische Mützen und Doc Martens. Die Stimmung ist gut. Keiner will jemandem etwas böses, alle freuen sich einfach auf den Abend. Und als dann die Musik einsetzt, sind sowieso alle Freunde.

Die Show

Den Anfang machen Mr. T-Bone und seine zwei Kollegen von The Uppertones. Das Trio begeistert schon rein optisch. Alle im Anzug, dunkle Haare in gelbem Licht, ihr Stil unterstreicht noch den Reiz ihrer Musik. Phil Cuomos Hände tanzen über die Tasten des Pianos, die Klänge liegen in der Luft wie ein feines Glitzern und Mr. T-Bone lässt zwischen seinem Gesang immer wieder atemberaubende Parts mit der Posaune los. Man kann bei dieser Musik nicht still stehen. Man wippt, man zuckt, man dreht sich. Vor dem geistigen Auge erscheinen Visionen von alten verrauchten Jazz-Clubs in den 50er Jahren.

Sie spielen ein ordentliches Set und können das Publikum, als es schließlich aus seinen Visionen wieder auftaucht, sehr erfolgreich trösten, denn es folgen Tammi Savoy und die Chris Casello Combo. Sie entführt wieder in einen romantischen Tagtraum von der guten alten Zeit. Ihre Stimme ist mal hell und hoch, dann tief und rauchig, das Publikum wird hin und her gerissen und erliegt ganz diesem Zauber. Hinter allem tummelt sich Chris Casellos Gitarre, der mit Sonnenbrille und grauem Anzug zu einem begnadeten Showman avanciert.

Fazit

Tammi Savoy und The Uppertones bringen an diesem Abend die Good Old Times ins Café Atlantik. Aber vor allem findet eine Zeitreise statt, in eine Vergangenheit, wie man sie sich erträumt. Vielleicht nostalgisch und romantisch verklärt – aber was soll’s? Durch die Musik der wirklich begnadeten Musiker durfte man ein bisschen Zeit dort verbringen – und das ist eine wunderschöne Erfahrung.

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