Kirchzarten

Wie war’s bei ... Rock am Bach 2019?

Stefan Mertlik

Am Wochenende beendete Rock am Bach traditionell die Festival-Saison in der Region. In Kirchzarten spielten internationale und lokale Bands wie DeWolff und Malaka Hostel.

Dieses Jahr hat sich viel verändert bei Rock am Bach. Nicht mehr an zwei, sondern an drei Tagen findet das Festival auf dem Engenwaldgelände in Kirchzarten-Dietenbach statt. Zudem übernehmen erstmals externe Gastronomen die Bewirtung. Alle Zeichen stehen auf Expansion. Am Grundgedanken des Non-Profit-Festivals hat sich trotzdem nichts geändert, wie Vertreter des AJ Kirchzartens in ihrer Begrüßungsrede am Freitagabend versichern: "Wir machen das allen voran der Musik zuliebe."


Das Line-Up

Umfangreicher fiel das Line-Up bei Rock am Bach noch nie aus. 16 Gruppen und Solokünstler spielen von Donnerstag bis Samstag auf zwei Bühnen. Die musikalische Ausrichtung bleibt zwar Rock in all seinen Spielarten, doch mit Bands wie KUF traut sich das Line-Up auch an elektronische Klänge heran. Dabei setzen die Veranstalter auf eine ausgewogene Mischung aus internationalen und lokalen Künstlern. Auf der gleichen Bühne wie DeWolff aus Amsterdam mit ihrem hypnotischen Psychedelic Rock stehen die Freiburger von Lightrain.
Auch wenn großzügig Rindenmulch verstreut wurde, damit aus der Tanzfläche kein Matschfeld wird, hält sich der Regen wenigstens am Donnerstag und Freitag zurück. Die Feierlaune bleibt ungebremst. Zu der Mauskovic Dance Band, Malaka Hostel, Restless Feet und den Dawn Brothers bewegen sich die Besucher kollektiv. Bei Temperaturen weit unter 20 Grad hält diese ungebremste Tanzbereitschaft den Körper zusätzlich warm.

Die Frauenquote

Seit Jahren diskutieren Veranstalter, Besucher und Initiativen über eine Frauenquote auf Festivals. Namhafte Events wie das Primavera in Barcelona und das Pop-Kultur Festival in Berlin buchen bereits zu mindestens 50 Prozent Bands mit Frauen. Auch das Rock am Bach befindet sich auf einem guten Weg. Mit Alice Phoebe Lou, Bab L’Bluz, Sound Of Smoke, 45ACIDBABIES und Weird Fishes verpasst sich das Festival eine starke weibliche Note.

Das Publikum

Wer behauptet, Festivals seien etwas für junge Leute, erlebt bei Rock am Bach eine Überraschung. Von Jugendlichen bis zu Familien mit kleinen Kindern befindet sich ein Querschnitt der Bevölkerung auf dem Gelände. Die vielen "I Love Ebnet"-Shirts beweisen zudem, dass die Gäste nicht nur aus der eigenen Gemeinde stammen.

Das Gelände

Ein Besuch bei Rock am Bach lohnt sich allein aufgrund des liebevoll gestalteten Geländes. Eingezäunt mit bunten Lichterketten befindet sich das Areal inmitten einer zauberhaften Waldkulisse. Auf kleinste Details hat das ehrenamtliche Team geachtet. Von den Feuerkörben über die Seifenblasenkanonen bis zur witzigen "Manneken Pis"-Figur am WC-Bereich lockt das Festival mit mehr als nur einem musikalischen Programm.
Rund um das Gelände stehen Holzhütten, an denen unter anderem vegane Speisen und Getränke verkauft werden. Wer dem Sommer endgültig Lebewohl sagen möchte, kann hier den ersten Glühwein der Saison trinken. Auch ein Frisör, Merchandise-Stand und die Möglichkeit, eigene T-Shirts mit "Rock am Bach"-Motiven zu bedrucken, gibt es.

Die Fire-Stage

Mit der Fire-Stage bietet Rock am Bach seit 2018 eine Alternative zur Hauptbühne. Dieses Jahr fällt sie deutlich größer aus und macht ihrem Namen alle Ehre. Zu den Klängen von Bands wie Automatik Amore und Die Drahtzieher spucken zwei am Bühnengerüst befestigte Flammenwerfer Feuer in den Nachthimmel.

Fazit

Das Wachstum schadet Rock am Bach nicht. Im Gegenteil: Noch immer überzeugt das Festival mit einem handverlesenen Line-Up und einer friedlichen Atmosphäre.