Club der Freunde

Wie war’s bei … fudders Clubcafé mit dem feministischen Porno "Retour"?

Anika Maldacker

Zusammen mit mehreren Dutzend anderen im dunklen Kino sitzen und Porno schauen. Klingt komisch? War es aber nicht. Bei fudders Clubcafé im Kommunalen Kino wurde der feministische Porno "Retour" des Freiburger Start-up Feuerzeug gezeigt.

Die Location

Das Kommunale Kino ist kuschelig und bietet eine intime Atmosphäre. Intim wurde es auch bei dem Film, der am Donnerstag im KoKi gezeigt wurde. "Retour" heißt er, Kategorie: Porno, aber einer der anderen Art. Ein feministischer Porno aus Freiburg. Fair produziert, feministisch angehaucht und lokal in Freiburg gedreht. Der Koki-Kinosaal ist gut besucht, rund 40 Leute sind zu fudders Clubcafé im Juni gekommen.

Das Filmgespräch

Bevor "Retour" anläuft, stehen die Filmproduzenten Kira Kurz und Leon Schmalstieg fudder-Redakteurin Gina Kutkat Rede und Antwort. Beim Klettern seien sie, ganz freiburg-typisch, auf die Idee zu ihrem feministischen Porno gekommen. "Kira hatte die Idee schon länger, etwas zu dem Thema zu machen", sagt Leon. Bei einem Freien Sozialen Jahr hatte Kira in einer Vorbereitungsklasse mitbekommen, wie Pornos konsumiert werden und wie dadurch die Sexualaufklärung in eine unrealistische Richtung geht. Auch Leon hatte sich schon in der Schulzeit damit befasst, wie Pornos sexuelle Aufklärung und Vorstellungen beeinflussen.

Wieso eigentlich Feuerzeug? "Als wir nach einem Namen gesucht haben, habe ich ständig mit dem Feuerzeug gespielt", sagt Leon. "Und plötzlich haben wir uns angeschaut und gewusst, wie wir heißen", sagt Kira und lacht.

Und wie kam der Kontakt zu den Darstellern zustande? "Über einen Instagram-Aufruf", sagt Kira. Vier bis fünf Antworten kamen. Die beiden Darsteller hätten sich aber zusammen gemeldet und kannten sich schon.

Die Botschaft

Auch die Stigmatisierung in gängigen Pornos der Frauen als willenloses Objekt und des Mannes als Dauerkönner nervt die beiden.

Wichtig war ihnen bei "Retour" auch, dass körperliche Vielfalt und Safer Sex eine Rolle spielen. Und: Dass die Darsteller faire Verträge bekommen und mitreden können, welche Szenen gezeigt werden und welche nicht. "Die Darsteller haben den Film freigegeben", sagt Kira, "wir haben die intimen Szenen nicht angeleitet."

Die Stimmung

Als die Lichter ausgehen, merkt man die angespannte Stimmung im Saal leicht. Alle sitzen verdächtig ruhig und unbeweglich da. Aber nachdem die beiden Darsteller in Fahrt geraten sind, wird es entspannter. Hey, das ist auch nur ein Film. Als der Film fertig ist, und Kira und Leon wieder vors Publikum treten, werden schon die ersten Fragen gestellt. Und alle merken: So komisch war das doch gar nicht.

Der Film

Authentisch, natürlich und gefühlvoll – so lässt sich Retour am besten beschreiben. Aber wir wollen nicht zu viel verraten, für alle, die den Film noch nicht gesehen haben.

Wie geht es weiter?

Kira und Leon wollen weiter Pornos drehen. Ein neues Thema haben sie schon ins Auge gefasst, zu dem sie aber noch nicht zu viel verraten wollen. Nur so viel: Es soll um Masturbation gehen und darum, mit welchen Vorstellungen weibliche und männliche Masturbation gesellschaftlich und medial verbunden werden. "Bei Frauen ist Masturbation oft mit Selbstliebe verbunden und wird sehr positiv dargestellt", erklärt Kira, "bei Männern wird das Thema meistens nur als sehr triebhaft dargestellt."
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