Konzert

Wie war’s bei … El Flecha Negra auf dem ZMF?

Anika Maldacker

Die Freiburger Band El Flecha Negra hat das ausverkaufte Spiegelzelt auf dem ZMF zum Springen und Tanzen mitgerissen. Ihren Auftritt konnte sie wegen eines aufziehenden Unwetters aber nicht komplett spielen.

Der erste Eindruck

Ein volles, heißes Spiegelzelt, Caipirinha, gut gelaunte, schnelle Trompeten und meditative Töne aus einer Quena, einer Andenflöte. Letzteres kennt man in einer kitschigen Version aus den deutschen Fußgängerzonen. Bei El Flecha Negras Auftritt beim Zelt-Musik-Festival verleiht die Andenflöte den Ska-Tönen aber mehr Exotik. Mit "Welcome" von ihrem 2017 erschienen Album "Tropikal Passport" begrüßt die Band die Menge.

Die Bühne

Bevor die Freiburger von El Flecha Negra auf die Bühne springen, bereiten die Vorband Mussum eh Fish, ebenfalls aus Freiburg, und ZMF-Gründer Alexander Heisler das Spiegelzelt auf die deutsch-südamerikanische Gruppe vor. Und die füllt nicht nur zahlenmäßig die Bühne, sondern von der erste Sekunde auch mit ihrer Präsenz das Spiegelzelt. Und das obwohl die Musiker oft im Bühnenrauch und in der Dunkelheit verschwinden und kaum sichtbar sind. Ihre Bühnenpräsenz sticht dennoch durch das Schwarz hervor.

Das Publikum

Die Fans im ausverkauften Spiegelzelt sind wild. Von der ersten Sekunde an tanzen und jubeln sie. Sie sind alt, sie sind jung – oder dazwischen, sind männlich und weiblich. Freiburg liebt Flecha Negra, liebt den changierenden Stil von taktvollem Cumbia und schnellem Ska. Ein reifes Pärchen schiebt sich gegenseitig Eiswürfel den Rücken runter, ein anderes tanzt gedankenverloren Salsa. Die Südländer Deutschlands träumen eben gern vom Latino-Leben.

Die Setliste

Ist strukturiert. Auf locker trabende Cumbia-Rhythmen folgen Ska, Reggae, etwas Psychedelic-Latino-Rock und Salsa. Für jeden ist etwas dabei. El Flecha Negra, der schwarze Pfeil, singt und tanzt sich beschwingt durch die beiden Alben "Tropikal Passport" und das 2014 erschienene Debüt "Schwarzwald".

Die Musik

Augen zu - und man träumt sich wahlweise an einen kolumbianischen Strand, einen Caipirinha in der Hand, in eine Hängematte gefläzt, hört fast schon die Wellen des Pazifiks vor- und zurückrauschen. Oder, wenn die Andenflöte gespielt wird, in den peruanischen Anden, neben einer Alpaka-Herde herlaufend und über rötliche Berge schauend. Ja, diese Musik macht Fernweh nach dem bunten, lebensfrohen Kontinent.

Schwitzfaktor

Großer Schwitzfaktor. Nach wenigen Minuten im Spiegelzelt klebt alles, und die Musik heizt noch mehr ein. Am Ende ändert sich das geringfügig. Denn vom heranziehenden Unwetter schaffen es ganz sanfte Winde ins Zelt, aber das macht das Schwitzen auch nicht wett.

Fazit

Ein Sommerurlaub in einem Zelt. Kolumbien, Argentinien, Peru, Chile oder Brasilien – El Flecha Negra macht Musik, mit der man sich nach Südamerika träumen kann. Unter Palmen, an weiße Sandstrände, in die Anden. Kurz vor der Zugabe werden alle Träumer unsanft in die Realität zurückgeholt. Das ZMF-Gelände muss geräumt werden. Böen mit einer Windstärke von 100 km/h werden vorhergesagt, auch ein starkes Gewitter mit heftigem Niederschlag. Bis der Regen einsetzt dauert es. Aber beim Heimweg durch die abziehende Menge von Radfahrern, Autos und Fußgängern ist man schnell wieder in der deutschen Realität angelangt.
Info:

Am 7. November feiert El Flecha Negra seinen fünften Geburtstag mit einen Konzert im Freiburger E-Werk Freiburg.