Kult-Krimi-Kritik

Wie war’s bei... der Premiere des Schwarzwald-Tatorts?

Mara Veigel

Die erste Folge des Schwarzwald-Tatorts "Goldbach" führt den Zuschauer direkt tief hinein in den schwarzen Wald. In Hamburg wurde der Film nun erstmals der Presse gezeigt. Wie läuft das Drama?

Der Fall

Im winterlichen Schwarzwald fällt ein Schuss. Das Ermittlerteam Tobler und Berg hat eine unschöne Aufgabe vor sich: Die beiden Kommissare müssen den Eltern der kleinen Frieda mitteilen, dass ihre Tochter im Wald erschossen wurde. Das Elternpaar lebt eng befreundet mit zwei weiteren Familien mitten im Schwarzwald in einer kleinen Siedlung. Frieda war mit den beiden Nachbarskindern im Wald spielen. Linus ist verschwunden.

Nur Paul kehrt zurück, doch er wirkt verstört und verschweigt etwas. Tobler und Berg stehen vor einem Rätsel. Die Ermittlungen führen sie ins Darknet und zu einem hiesigen Waffenhändler. Das Drama nimmt seinen Lauf.



Die Ermittler

Mit Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner wurde der Schwarzwald-Tatort mit zwei renommierten Schauspielern des deutschen Fernsehens besetzt. Beide Ermittler-Rollen sind tief im Schwarzwald verwurzelt, als Team treten sie harmonisch auf.

Im Debüt "Goldbach" zeigen auch beide ihre emotionalen Polizisten-Seiten, so ermittelt Friedemann Berg gegen das Einverständnis seiner Chefin auf eigene Faust während sich Tobler bemüht, feinfühlig und korrekt zu arbeiten. Viel mehr lernt der Zuschauer in der ersten Folge noch nicht über den jeweiligen Background der Ermittler kennen.

Das soll sich aber nach und nach ändern, verspricht SWR-Redakteurin Katharina Dufner: "Über die Geschichte der beiden wird man sukzessiv in weiteren Folgen mehr erfahren."
Der Erstling "Goldbach" wird am Sonntag, 1.Oktober, um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen sein.

Die Dreharbeiten

Wetter und personelle Ausfälle – zwei Faktoren, die man nicht beeinflussen kann. Kurz vor Beginn der Dreharbeiten sagte Publikumsmagnet Harald Schmidt ab, der die Rolle des Kripochefs gespielt hätte. Seine Rolle übernimmt nun die Schauspielerin Steffi Kühnert als Cornelia Harms.

Eine weitere Hauptrolle des Schwarzwald-Tatorts spielt die Landschaft selbst: Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich draußen statt, der Tatort will die Berge, Abgründe und Landschaften des Schwarzwaldes in den Fokus rücken.

"Goldbach" wurde im Frühjahr dieses Jahres abgedreht und das Team war den Wetterumschwüngen der Region ausgeliefert. "Bei den Vorbereitungen holten wir uns noch einen Sonnenbrand, am ersten Drehtag fiel dann Schnee", sagt Regisseur Robert Thalheim. Der war allerdings am zweiten Drehtag wieder verschwunden, ergänzt SWR-Redakteurin Katharina Dufner: "Das Wetter im Schwarzwald bleibt natürlich auch für die folgenden Dreharbeiten eine Herausforderung."

Der Tatort

Der Schwarzwald-Tatort ist der Nachfolger des Konstanzer Bodensee-Tatorts und somit nach Stuttgart und Friedrichshafen der dritte Tatort aus Baden-Württemberg. Anders als die meisten Tatorte spielt der Schwarzwald-Tatort nicht im urbanen Raum, sondern bezieht sich auf die komplette Region. Gedreht wurde etwa in Bernau und Häusern.

Die Macher vom SWR legen beim jüngsten Tatort-Zuwachs Wert auf authentische Polizeiarbeit und ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Schwarzwald und Spannung. Der jeweilige Fall einer jeden Folge soll dabei im Vordergrund stehen. Pro Jahr sollen zwei Ausgaben gedreht und ausgestrahlt werden.

Der Schwarzwald

Jeder Tatort braucht ein Zuhause. In der Schwarzwald-Edition ist es sogar eine ganze Region. Das Polizeipräsidium liegt in Freiburg, die Fälle führen aber durch das komplette Schwarzwald-Gebiet. Der Schwarzwald ist somit Motto, Kulisse und Gesicht der neuen Tatort-Reihe.

Auf Dialekt wird meist verzichtet, zumal beide Hauptdarsteller gebürtig aus dem Schwabenland stammen. Etwas Badisch taucht aber trotzdem auf. Mal etwas gequält, wenn Hans-Jochen Wagner als Ermittler Berg mit seiner Kollegin alleine ist ("Isch doch immer s’gleeche"), mal authentisch, wenn der Pförtner der Waffenfirma Kommissar Berg den Zutritt verweigert ("Drei-Schicht-Betrie-eb").

"Wir wollten uns sprachlich auf kein neues Lokal-Koloriten festlegen", erklärt Regisseur Robert Thalheim, "sondern das Lokale visuell erzählen. Der Inhalt der Geschichte ist verwoben mit dem Schwarzwald. Das kann man nicht in Brandenburg erzählen. Das ist doch wichtiger, als dass immer jemand Badisch spricht."

Die Note

2-3