Wie man geklaute Handys komplett sperren kann

Christoph Müller-Stoffels

Handy geklaut? Kein Problem. Einfach die Seriennummer an den Mobilfunkprovider melden. Der sperrt das Gerät und der Dieb hat keine Freude mehr daran. Das klingt gut, ist allerdings nur bedingt richtig. Denn leider bieten beiweitem nicht alle Anbieter diesen Service an. Wie der Stand der Dinge ist und welche Möglichkeiten es gibt, erfahrt Ihr hier.



Immer wieder geht die Meldung um, dass man die Seriennummer seines Handys notieren solle. Bei einem Diebstahl könnte man sie einfach dem Provider oder Hersteller melden, der dann das Gerät komplett sperren könnte. Ein Anruf bei Nokia erntet Unverständnis. "Davon habe ich noch nie etwas gehört." Das ist auch verständlich, denn nur der Provider hat die Möglichkeit dazu. Wenn er sie denn nutzt. Aus unbegreiflichen Gründen verzichten aber die meisten Betreiber darauf.


In Deutschland ist einzig Vodafone um die Sicherheit der Kunden besorgt. Recherchen der TU Berlin haben ergeben, dass weder E-Plus noch T-Mobile auch nur an die Einführung dieser Sperrmöglichkeit denken. Auch O2 bietet es noch nicht, hat es aber auf der Agenda. "Wir haben nur begrenzte IT-Kapazitäten", meint Nadine Kleinert von O2 Germany. "Der Einstieg ins W-LAN-Geschäft hatte Priorität. Aber in den nächsten Monaten werden wir uns der Handy-Sperrung zuwenden."

In Großbritannien ist ein Provider-übergreifendes Verzeichnis der so genannten IMEI-Nummern (für International Mobile Equipment Identity) gestohlener Handys seit 2004 gesetztlich vorgeschrieben. Und auch in der Schweiz bietet es Swisscom an, in Österreich One. Die IMEI-Nummer ist übrigens sehr einfach herauszufinden. Bei den meisten Handys zeigt das Display die Nummer nach Eingabe der Tastenfolge *#06# an. Merken sollte man sich die Nummer auf jeden Fall und bei Diebstahl melden. Die Polizei überprüft die Nummer mit von ihr gefundenen Geräten, von denen sie annimmt, dass sie gestohlen sein könnten.

Warum sich deutsche Provider oder auch Hersteller nur zögerlich oder gar nicht darum kümmern, ist unverständlich. Sie müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, darauf zu spekulieren, dass jedes gestohlene Handy potenziell durch ein neu gekauftes Gerät ersetzt wird. Natürlich wäre das ein böswilliger Vorwurf, ist reine Spekulation und von niemandem anzunehmen. Ein fader Beigeschmack bleibt trotzdem.

Selbst die, die es eingeführt haben, hängen es nicht an die große Glocke. Würden alle darüber Bescheid wissen, so ist zu vermuten, würden die Diebstähle massiv zurückgehen. Gesperrte Handys sind nämlich quasi unbrauchbar. Bis zur flächendecken Einführung der Handy-Sperrung bleibt nur die Sperrung der Sim-Karte, was immerhin eine hohe Telefonrechnung vermeiden kann.

Mehr dazu:

  • Es gibt eine Software Micro Technologies, die geklaute Handys orten kann. Ausführliche Infos gibt's auf teltarif.de